Marketing-Gag: Vor dem Kauf den Kinderwagen probefahren

Immer wenn ich einen schlüpfrigen Witz in einem Kinderfilm-Trailer sehe, schlägt eine Handfläche auf meine Stirn. Dann erinnere ich mich an ein Zitat aus einer BWL Vorlesung – 1. Semester, 1. Stunde, Marketing – „Der Köder muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler“. Doch wer ist in der Trailer-Situation eigentlich der Fisch und wer der Angler? Klar, die Eltern planen Tag, Urzeit und Budget für überteuertes Popcorn und Mineralwasser, wenn es einen neuen Film für Kiddies gibt. Der Trailer muss also eher den Eltern gefallen und das Kind darf dann beiläufig sein „Ja“ geben.

Wenn das Kind jedoch noch kleiner ist und noch nicht „Nein“ sagen kann, dann muss der Köder nicht dem Fisch, sondern dessen Eltern schmecken. Der Fisch muss aber mit den Entscheidungen leben. So kann ein ein zu kleiner Strampelanzug von Versace oder ein furchtbar schrecklich ungemütlicher Kinderwagen gekauft werden. Viel Geschrei und ein unglücklicher Fisch sind die leicht absehbaren Folgen. Damit das nicht passiert, kam „Kolcraft“ – zusammen mit „FCB Chicago“ (Werbeagentur, kein Fußballverein)- auf eine schöne Kampagnen-Idee. Der „Contours Baby Stroller“ ist jetzt in elterngerechter Größe für Probefahrten verfügbar:


Markus Sekulla

Markus Sekulla arbeitet nach Wirtschaftsstudium und drei Jahren in Asien, davon zwei in China, als Kreativ- und Digitalberater in Düsseldorf (und manchmal noch in New York). Unternehmen hilft er bei der Entwicklung zeitgemäßer digitaler Strategien. Außerdem ist er einer der Köpfe hinter Mobilegeeks und den Elegant Elephant Studios in Düsseldorf.

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