In dieses Startup investiert ein Airbnb-Gründer: Im Gespräch mit einem der Founder

Das Startup Tourlane vermeldete Anfang Juli prominente Unterstützung: Airbnb-Mitgründer Nathan Blecharczyk investiert in das Online-Portal für Individual- und Erlebnisreisen. Für das noch junge Unternehmen aus Berlin eine wichtige Rückendeckung. Wohin die Reise insgesamt gehen soll und was das Investment konkret für Tourlane bedeutet, haben wir unter anderem Mitgründer Julian Stiefel gefragt.

Julian, ihr sprecht oft von der “Zukunft des Reisens“. Wie sieht diese eurer Meinung nach aus?

Die Zukunft der Reise liegt in der Individualreise. Die Leute wollen immer mehr weg vom Massentourismus und von der klassischen Pauschalreise. Die Individualreise ist ein authentisches Erlebnis. Insgesamt ein Markt, der viel Wert darauflegt, dass vor Ort die Leute davon profitieren. Diese Art des Reisens finden wir gut und wollen wir unterstützen.

Beruht denn die Gründung von Tourlane auf persönliche Erfahrungen? Hattest du irgendwann genug von den gängigen Reiserouten?

Mein Mitgründer und ich kennen uns schon sehr lange. Deshalb haben wir auch die eine oder andere gemeinsame Reise hinter uns. Wir standen immer vor der Problem: Wo wollen wir hin und wie planen wir das Ganze? Oft hatten wir dafür keine Zeit und wünschten uns deshalb ein Beratungsportal wie Tourlane. Das war dann auch der Grund, um mit Tourlane zu beginnen. Im Grunde wollten wir Reiseplanung leichter machen und den Service, den man von früher aus dem Reisebüro kennt wie Beratung, mit der Einfachheit des Internets verbinden.

Wie kann man sich denn so ein Beratungsprozess konkret von A bis Z vorstellen?

Im Grunde läuft das so ab: Du machst Angaben zu deinen Reisewünschen. Wie lange möchtest du verreisen, wann möchtest du verreisen und was möchtest du erleben? Dann führen wir im nächsten Schritt ein Erstgespräch mit dir durch. Das läuft telefonisch ab. Entsprechend deinen Reisewünschen suchen wir dann drei Spezialisten heraus, die anschließend ein passendes Reiseangebot zusammenstellen. Am Ende hast du dann drei Angebote vorliegen, woraus du dir das Beste aussuchen kannst.

Tourlane
Die beiden Tourlane-Gründer: Julian Stiefel (links) und Julian Weselek.

Und diese Beratung ist kostenlos? Wie macht ihr euren Umsatz?

Die Beratung ist kostenlos. Wir haben Partnerschaften mit den Reisespezialisten aufgebaut und versorgen diese Reisespezialisten immer mit neuen Kunden. Daran verdienen wir.

Was sind das für Reisespezialisten genau?

Das sind deutsche Reiseveranstalter. Alles Experten, die sich auf einzelne Länder oder Regionen spezialisiert haben. Jeder Experte hat einen Schwerpunkt, was das Land, aber auch die Reiseart betrifft.

Ihr habt euch 2016 gegründet. Wie habt ihr euch seitdem entwickelt?

Wir sind stark gewachsen. Wir konnten bisher 26.000 Reisende registrieren und arbeiten heute mit über 100 Reiseexperten zusammen. Konkret sind wir monatlich um 27 Prozent gewachsen.

Vor kurzem habt ihr auch namhafte Investoren wie zum Beispiel Nathan Blecharczyk, Co-Gründer von Airbnb, mit ins Boot geholt. Was bedeutet das für eure weitere Entwicklung?

Wir freuen uns riesig, dass Nate bei uns investiert hat und an unser Modell glaubt. Langfristig wollen wir der größte Anbieter für Individualreisen werden. Da haben wir mit unserem Team einen wichtigen Grundstein gelegt. Darin arbeiten Leute, die aus unterschiedlichsten Bereichen kommen, wie etwa aus dem Tourismus oder aus der Tech-Welt. Jetzt wollen wir mehr Partner onboarden und mehr Reisende zu ihrem Traumreisen verhelfen.

Letzte Frage: Welcher Länder sollte man auf jeden Fall gesehen haben. Oder anders gefragt: Gibt es irgendwelche Geheimtipps?

Ich würde als nächstes nach Botswana reisen. Dort gibt es das Okavango-Delta. Eine wunderschöne Landschaft, die wir vielen Kunden vermitteln.

Danke für das Gespräch.


René Krempin

René hat irgendwas mit digitalen Medien studiert, sollte also für die Zukunft bestens gewappnet sein. Nach mehreren anderweitigen, aber misslungenen Berufsorientierungen musste er endgültig einsehen: Journalismus ist und bleibt leider geil. In seiner Freizeit verbringt er am liebsten jede Minute auf dem Bolzplatz.

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