Aktion gegen Lebensmittelverschwendung: ALDI SÜD sucht Reste-Retter

Zweibeinige Möhren, krumme Gurken, verformte Äpfel oder Birnen: Geschmacklich und qualitativ besteht kein Nachteil, doch weil Form, Farbe oder Größe von der Norm abweichen, werden solche Produkte meistens vernichtet und nicht mehr zum Verkauf angeboten. Um diese Verschwendung von Lebensmitteln in der Lieferkette zu verhindern, startete Aldi Süd im August dieses Jahres eine Kampagne mit „hässlichem“ Obst und Gemüse. Die Message war klar: In den Regalen sollen künftig auch Möhren und Birnen mit sogenannten Schönheitsfehlern liegen, die mit dem Etikett „Krumme Dinger“ gekennzeichnet sind. Mit dieser Aktion wollte Aldi Süd seine Toleranzen im Einkauf erweitern und ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung setzen.

Neu ist die Idee allerdings nicht: Auch andere Supermärkte haben „hässliches“ Obst und Gemüse zum Kauf angeboten. Edeka und seine Discount-Tochter Netto starteten beispielsweise 2013 mit dem Claim „Keiner ist perfekt“ einen Testlauf mit Waren abseits der Schönheitsnorm. Und auch Rewe hat mit den „Wunderlingen“ Obst und Gemüse angeboten, die mit leichten Fehlern ausgestattet waren.

Nicht nur ein ethisches, sondern auch ein ökologisches Problem

Nun holt Aldi Süd zum zweiten Schlag aus. Mit der neuen Aktion „Reste retten“ sollen Verbraucher rund um das Thema Lebensmittelverwertung aufgeklärt und informiert werden. Basis ist eine repräsentative Befragung, die Aldi Süd zusammen mit YouGov durchgeführt hat. Demnach werfen fast die Hälfte aller Befragten (44 Prozent) Lebensmittel weg, da sie sich nicht sicher sind, ob diese noch gut und somit genießbar sind. Dabei die die Vernichtung von Lebensmitteln ist nicht nur ein ethisches, sondern auch ein ökologisches Problem. Immerhin werden sowohl für die Erzeugung als auch für die Vernichtung von Waren Rohstoffe, Energie und Wasser benötigt. Mit jedem Lebensmittel, das unnötig im Müll landet, werden also wertvolle Umweltressourcen verschwendet.

Quellenangabe: „obs/Unternehmensgruppe ALDI SÜD/ALDI SÜD Dienstleistungs-GmbH“

Reinbeißen statt wegschmeißen: Mit der neuen Kampagne möchte der Discounter also die Verbraucher über Lebensmittelverwertung aufklären und die Haltbarkeit von Nahrungsmitteln zeigen. Dafür gibt es auf der neuen Plattform zahlreiche Informationen und Tipps zum Zubereiten und Weiterverarbeiten von Produkten.

Da laut Umfrage besonders die jüngere Zielgruppe mit Lebensmitteln ignorant umgeht, wurde eine Facebook-Challenge mit TV- und Aldi-Bistro-Koch Robert Marx und Food-Bloggerin Hannah vom Blog „klein aber lecker“ kreiert, um eben die Jüngeren gezielt zu erreichen. Fans und User können dort Lebensmittelreste aus ihrem Kühlschrank vorschlagen, aus denen dann interessante Gerichte gekocht werden.

Ob mit dieser Aktion auch ein langfristiges Umdenken bei Aldi Süd stattfindet oder es nur ein vorübergehender Marketing-Move ist, bleibt abzuwarten. Auf Lebensmittelverschwendung hinzuweisen und über die Folgen aufzuklären ist dennoch ein guter und wichtiger Schritt.


Julia Berger

Julia hat irgendwas mit Literatur, Medien & Politik studiert – ist dann aber an der Bundespräsidentschaft knapp vorbeigestolpert. Die famosen Weltherrschaftspläne mussten deswegen erstmal verschoben werden und nach ein paar kleinen Kreativpausen in Asien, Südamerika und der Agenturlandschaft ist sie nun stets bemüht als Digital Managerin bei Business Punk unterwegs.

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