Blabla: Das Geheimnis hinter hohlen Consultingphrasen

Nicht die Digitalisierung ist die Gefahr, sondern das Kauderwelsch drumrum. Innovationsberaterin Alissia Iljaitsch erklärt, was hinter den Phrasen steckt. 

Digitale Transformation – der Hype hat einen gigantischen Markt für Leute geschaffen, die Firmen helfen wollen, diesen Wandel zu überleben. Darunter zig Bullshit-Berater, die sich auf ahnungslose, überforderte Kunden stürzen. Alissia Iljaitsch erklärt, welche Buzzwords und Phrasen oft nur Blabla sind. Und die Münchnerin muss es wissen, schließlich ist sie selbst Innovationsberaterin.

„Wir haben die Lösung!“

Berater, die sich eine Organisation nicht einmal angeschaut haben und schon versprechen, ihr Tool X, Training Y oder System Z biete „die Lösung“ – das ist ein klares Warnzeichen. Ich gehe prinzipiell ohne so ein Versprechen los und bekomme später Feedback, wie erfrischend es war, dass jemand nur zugehört hat, statt direkt eine Komplettlösung anzubieten. Ich glaube, vielen Beratern fällt es schwer, ohne die Sicherheit ihres Standardsystems in ein Meeting zu gehen. Dabei ist Offenheit bei Innovationsprozessen der Normalzustand.

„Wenn wir nicht jetzt handeln, dann …“

Oft wird intern unnötig starker Druck aufgebaut: „Die Digitalisierung kommt.“ Mitarbeiter verfallen direkt in Schockstarre, denn die geforderte Innovation ist so abs­trakt, dass eigentlich keiner weiß, wo er anfangen soll. Besser ist es hier zu zeigen, wie man Plattformen kreiert, auf denen sich dann eine natürliche Innovationsenergie entfalten kann.

„Experten im Silicon ­Valley sagen …“

Viele Berater zitieren gerne Leute, die im Silicon Valley arbeiten oder forschen. Wer im Epizentrum der digitalen Revolution tätig ist, dürfte ja am besten wissen, wie man auf dem Weg in die Zukunft alles richtig macht. Logisch, oder? Bei solch einer Argumentation wäre ich skeptisch, denn gerade in Deutschland haben wir eine besondere und andere Innovationskultur als in den USA. Erst recht im Vergleich mit dem Silicon Valley.

„Her mit Digital Natives!“

Ein weiteres Blockaderisiko steckt in der derzeitigen Fetischisierung der ­Digital Natives. Die ist in meinen Augen ein Riesenproblem. Denn wer sich – und sei es nur verbal – komplett auf die jüngeren Leute stürzt, der klammert das Wissen der älteren Generationen einfach aus. Das ist strategisch zu kurz gedacht und schafft Frust bei der Gruppe der über 35-Jährigen, die in den meisten Unternehmen nach wie vor einen großen, wenn nicht den größten Teil der Mitarbeiter stellt.


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