Mehr Gehalt gefällig? So steigerst du deinen Marktwert

Ganz ehrlich: Wenn Ratgeber schreiben, dass man Einsatz zeigen, sich aktiv weiterbilden und Präsenz zeigen soll, um hoffentlich irgendwann einmal in ferner Zukunft in den Fokus für eine Gehaltserhöhung zu rücken, geht das extrem weit an der Realität der meisten in der arbeitenden Bevölkerung vorbei. Egal, wie sehr man sich engagiert und wie viel Einsatz man zeigt – wenn es ums Geld geht, sind Chefs und Vorgesetzte gerne mal auf beiden Augen blind. Aber was kannst du konkret tun, um an der Situation etwas zu ändern? Ist es wirklich die einzige Alternative, sich erneut auf Jobsuche zu begeben, ins dunkle Kämmerlein zu verkriechen und die Bewerbungsmappe fertigzumachen?

Bist du es überhaupt wert? Den eigenen Marktwert erkennen

Bevor du im Rage-Modus ins Büro des Chefs stürmst und wild nach mehr Geld verlangst, solltest du dich fragen, wie überhaupt dein Marktwert aussieht. Der Marktwert liefert schließlich die Munition, die man bei der Gehaltsverhandlung abfeuert! Er ist abhängig von einer ganzen Reihe von Faktoren: Die Branche, die Größe des Unternehmens, die Region und die aktuelle Unternehmenssituation beeinflussen zunächst, was der Arbeitgeber überhaupt in der Lage ist zu zahlen. Für den eigenen Marktwert sind wiederum die Konkurrenzsituation im Beruf, die eigenen Qualifizierungen (Ausbildung, Studium, Weiterbildungen), praktische Berufserfahrung und die derzeitige Position entscheidend.

Wer hier nicht auf dem aktuellsten Stand ist und nicht weiß, welches Gehalt branchenüblich für die eigene Situation ist, sollte sich vor dem Start von Gehaltsverhandlungen unbedingt schlau machen und informieren, um nicht im Gespräch aufzulaufen und mit unrealistischen Zahlen zu jonglieren.

Sorge dafür, dass du deinen Wert steigerst

Bevor es darum geht, zu überlegen, wie man hervorstechen kann, sollte man zunächst dafür sorgen, dass man alle Erwartungen und Voraussetzungen an die eigene Position und Stellung erfüllt. Es hört sich banal an, aber vor lauter Tatendrang vergisst man oft den Fokus auf die eigentlichen Aufgaben und Ziele. Diese sollten unbedingt mit dem Vorgesetzten abgestimmt werden, sodass klar wird, was tatsächlich von einem erwartet wird.

Wenn es dann darum geht, die Bereiche zu identifizieren, in denen man Pluspunkte sammeln kann, ist ebenfalls die Kommunikation entscheidend: Es geht darum festzustellen, wie du deinen Wert für das Unternehmen steigern kannst. Was ist besonders wichtig und wie kannst du diese zusätzlichen Ziele bewältigen? Aber Vorsicht: Die besten Leistungen bringen nichts, wenn sie nicht wahrgenommen werden. Dabei kann es helfen, die eigenen Leistungen zu dokumentieren und tatsächlich auch schriftlich festzuhalten. Eine Tabelle mit den Spalten wie Ziele, Erwartungen erfüllt, Prognosen übertroffen oder ähnlichen Kennzahlen ist ein guter Weg im Mitarbeitergespräch das eigene Engagement und die eignen Leistungen auch für alle sichtbar zu machen.

So zeigst du auch, dass sich das Verhältnis von Mitarbeiterwert und Gehalt sich bei dir gegebenenfalls auseinanderentwickelt und dein Unternehmen gut daran täte, dieses wieder in Einklang zu bringen.

Es ist alles eine Frage der Strategie

Eine Phrase sollte jeder unbedingt aus dem eigenen Wortschatz streichen: Über Geld redet man nicht! Bevor es dann in die konkreten Gehaltsverhandlungen geht, sollte man jegliche falsche Scheu ablegen. In der Geschäftswelt sind Verhandlungen normal. Wenn du deinen Marktwert kennst und wie bereits beschrieben sogar schon steigern und dokumentieren konntest, hast du vermutlich bereits deinen Vorgesetzten auf dich aufmerksam gemacht.

Ab dann ist sorgfältige Planung das Stichwort: Das Timing für die Gehaltsverhandlung ist entscheidend. In den meisten Unternehmen wird das Jahresbudget im November geplant – und bis Januar verteilt. Strategisch legt man ein Gespräch darüber also in einen der beiden Monate, nicht aber in den Dezember. Vor den Feiertagen packt Chef so ein Thema selten gerne an. Selbst der Wochentag kann entscheidend sein und einen kleinen Einfluss haben: Freitags ist die Laune tendenziell besser als Montags!

Der Kern des Gesprächs werden zwei Punkte sein: deine Leistung und deine Forderungen. Vorbereitung ist dabei alles: Die persönliche Bilanz muss sitzen und im besten Fall dokumentiert auf dem Tisch liegen. Das sind die Argumente! Wie viele Projekte wurden erfolgreich abgeschlossen? Wie viele Kunden konnten gewonnen werden? Welchen Umsatz hat das Unternehmen dir zu verdanken? Diese Kennzahlen müssen klar sein, damit der Vorgesetzte direkt vor Augen hat, was du bereits geleistet hat und worin dein Wert liegt. Ein Ausblick ist der nächste Schritt: Welche Ziele gibt es und wie kann das Unternehmen davon profitieren? Selbstbewusstes Auftreten ist dabei wichtig, aber auch Dankbarkeit und Demut angesagt: Eine wohlwollende und professionelle Haltung mit klarer und deutlicher Kommunikation verhindert, dass man anmaßend wirkt.

Der zweite Punkt sind die eignen Forderungen: Hier ist Klarheit gefragt! Konkrete Zahlen für das Wunschgehalt und der Einschätzung, wie man darauf kommt, sollten die Basis sein. Und nicht vergessen: Dein Chef wird verhandeln wollen. Setze also beim Eröffnungsangebot etwas höher an. Dann liegt alles bei deinem Verhandlungsgeschick und deinen Gegenargumenten.

Und wenn es mit dem Gespräch nicht geklappt hat und der Chef stur geblieben ist, ein Wechsel aber nicht in Frage kommt? Dann kannst du versuchen, Alternativen zur direkten Gehaltserhöhung zu bieten: Boni bei weiterhin guten Leistungen, flexiblere Arbeitszeiten oder Home Office können Möglichkeiten sein, die sich dann ins Feld führen lassen, damit man nicht komplett ohne Erfolg von dannen ziehen muss.

Und jetzt?

Wer sich nur darüber beschwert, dass das Unternehmen doch schlecht zahlt und man viel mehr verdienen sollte, wird sich nicht weiterentwickeln und vermutlich noch jahrelang in dieser Situation feststecken. Besser ist es, aktiv zu werden und die aktuelle Situation zu analysieren. Was bist du wert und wie kannst du deinen Marktwert nicht nur steigern, sondern diesen deinem Chef auch zeigen? Es ist Zeit: You can do it!

 


Christian Scherer

Christian ist Marketing Manager beim Online-Bewerbungsservice richtiggutbewerben.de, über den Kunden Bewerbungsunterlagen von Ghostwritern erstellen lassen können. Er ist nicht nur geborener Onliner und Digital Mind, sondern auch Experte für Online-Bewerbungsverfahren.

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