Digitale Assistenten: Wie Bots und AI unseren Arbeitsalltag erleichtern

Wenn es um kleine Erinnerungen oder das Stellen des Weckers für den Montagmorgen geht, sind wir mit digitalen Assistenten wie Siri & Co mittlerweile bestens vertraut. Doch wie sinnvoll ist AI, wenn es um den Alltag im Büro geht?

Vorab, eines ist sicher: wir werden erstmal nicht durch Roboter ersetzt, wie viele Zeitgenossen befürchten. Zumal AI auch schon heute allgegenwärtig ist. Die meisten Desktops und Notebooks werden bereits mit Spracherkennungs-Assistenten ausgeliefert. Siri wurde vor mehr als sieben Jahren veröffentlicht, 2014 folgte Microsofts Cortana, im April dieses Jahren wurde Samsungs Bixby veröffentlicht. Im August nun die Ankündigung, dass Cortana auf Alexa-Geräten laufen wird und Alexa umgekehrt auf Windows.

Mit Amazon Echo und Google Home sind nun neue Player in die Privat-Wohnungen und -Häuser gekommen, die – zunächst einfache Sprachbefehle umsetzend – nun als Automatisierungs- und Arbeitstools vermehrt Einzug in den Arbeitsplatz halten werden. Und zwar nicht notwendigerweise an jeweilige Endgeräte gebunden, sondern integriert auf Laptops und Smartphones. Ein digitaler vernetzter Unternehmensassistent, immer und überall verfügbar.

Wie aber werden Sprachassistenten den Arbeitsplatz verändern, das über Spielereien wie eine einfach formulierte Googlesuche oder das Bestellen eines Ubers hinausgeht? Wir haben ein paar Ideen gesammelt:

Die AI-Basics: To-Do-Lists, Bestellungen

Sehen wir uns zunächst die einfacheren Dinge an, die sich direkt umsetzen lassen und im Arbeitsalltag einfach nützliche Hilfestellungen sind, die kombiniert aber für mehr Effizienz und Arbeitserleichterung sorgen könnten. Denn ja, auch ein Uber über Sprachbefehl zu bestellen kann eine kleine Hilfeleistung sein. Weitere Dinge, die bereits ohne großen Aufwand möglich sind: To-Do-Lists anlegen, Büroartikel nachbestellen oder Termine eintragen und managen. Bald werden auch Übersetzungen in Echtzeit möglich sein. Immerhin kann man sich mit Echo bereits einen englischen Satz verbal in 30, schriftlich in 100 Sprachen ausgeben lassen. Mit der Zeit wird das Angebot an integrierten Services wachsen. Die Staubsaugerbots von Neato etwa sind bereits in Samsungs Dienst integriert. Somit ist die Büroreinigung ganz unabhängig von offiziellen Bürozeiten jederzeit möglich.

All diese Gimmicks verlangen noch kein allzu großes Maß an Vernetzung und Komplexität und sind am Ende des Tages nette, nützliche Spielereien, um den Büroalltag um lästige Aufgaben zu erleichtern. Doch skalieren wir das Potenzial von AI und Sprachassistenz einmal, so sind nicht unwahrscheinlich sehr bald Szenarien möglich, die Unternehmen durch Vollautomatisierung zu mehr Effizienz und Kontrolle verhelfen.

Daten und Informationen – unabhängig vom Bildschirm

Sprachassistenten haben das Potenzial, die Art und Weise, wie wir das Internet erfahren, grundsätzlich zu verändern. Anstatt Informationen über einen Bildschirm zu konsumieren – egal ob stationär am Tisch oder über den verlängerten Smartphone-Arm – werden wir das Internet mehr als eine Entität um uns herum begreifen, immer unabhängiger vom jeweiligen, persönlichen Endgerät. Wir werden die Informationen abrufen können, ohne ein Device anfassen zu müssen. Das Internet der Dinge wächst; mehr Maschinen und Geräte werden mit Sensoren untereinander vernetzt sein, die Sprachassistenz steht mit Zusammenfassungen, Analysen oder Alerts auf Zuruf bereit. Stellen wir uns einen Bauern vor, der seine Äcker mit Bodensensoren ausstattet. Nicht nur kann er jederzeit die Bodenqualität abrufen, sondern mit einem Befehl voll automatisiert nachgießen oder nachdüngen lassen. Fahrdienstanbieter oder Lieferdienste können ihren Fuhrpark permanent in Echtzeit tracken und Analysieren lassen und so etwa optimale Routen definieren, um zeit- und energiesparend am Zielort zu sein. Die Möglichkeiten sind potenziell unendlich.

Nachteile

Von kleinen Alltagshelfern bis hin zum vollautomatisierten Smart-Unternehmen hört sich eigentlich alles sehr cool an. Eine Sache, die Firmen jedoch Bauchschmerzen bereiten könnte, ist die Tatsache, dass die meisten der oben genannten Dienste über die Cloud abgewickelt werden – die auf irgendwelchen Servern in irgendwelchen Ländern mit irgendwelchen Datenschutzgesetzen liegen. Entweder müssen sich die Anbieter bewegen und mit Datenschutzrichtlinien auf sie zugehen oder es müsste eine Infrastruktur im eigenen Haus geschaffen werden. Was mit den entsprechenden Kosten verbunden wäre.

 


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