Produktivität: Mit diesen vier Strategien werdet ihr zum High Performer

Viele Dinge gehen auf der Arbeit unter, wichtige Aufgaben werden nicht erledigt. Dabei helfen oft nur kleine Veränderungen in der Denkweise, um effizienter zu werden.

Gehemmte Produktivität hat in vielen Fällen gar nichts mit der Unfähigkeit des Mitarbeiters zu tun, sondern oft mit einer ungünstigen Aufgabeneinteilung oder mit der Art und Weise, wie genau wir mit den uns gestellten Aufgaben umgehen. Mit der Zeit entwickeln sich dann wenig effiziente Workflows, die viel Energie verbrauchen, aber nur wenig vom Aktenberg abbauen (optional einfügen: E-Mails, Tickets, Tasks, Konzepte, Pitches, etc.). Die Produktivität ist gehemmt. Dabei handelt es sich um angelerntes Verhalten, das wenig bringt und Stress vermehrt. Zum Glück kann angelerntes Verhalten auch wieder verlernt werden.

1. Perfektionismus nicht gleich Produktivität

Klingt erst einmal komisch. Wer will schon halb fertiges, unsauberes Zeug abliefern, um den Anschiss vom Teamleader zu kassieren. Nächstes Jahr wollt ihr schließlich selbst auf dem Posten sein. Nur: Ein nicht zielgerichteter Perfektionismus ist nicht wirklich nützlich. Der ehemalige MIT-Dozent Robert Pozen fragte am Anfang jedes Produktivitäts-Seminars, das er dort hielt, wer aus dem Auditorium sich für einen Perfektionisten halte. Wenn es dann aber um die Gründe ihres Perfektionismus geht, geben viele fordernde und erwartungsvolle Eltern oder Lehrer an. Von früher Kindheit an werden die Highperformance-Hoffnungen der Eltern auf Leistung gepolt und die Sprösslinge damit Druck ausgesetzt, der sich in gesteigertem Perfektionismus äußern kann. Und dieses erlernte Verhalten kann dazu führen, dass nicht mehr unterschieden wird zwischen Wichtigem und Unwichtigem. Mit anderen Worten: Es gibt viel, das nicht perfekt sein muss, da es einfach nicht wichtig genug ist. Nicht alle Aufgaben verdienen gleich viel Zeit und Aufmerksamkeit.

Techniken aus der Verhaltenstherapie können dabei helfen. Hierbei sollen schlicht Handlungsstrategien so abgewandelt werden, dass sie neue Handlungsmöglichkeiten ergeben. Indem man sich selbst als einen Perfektionisten labelt, gibt man sich selbst eine sehr starre Erwartungshaltung, die Handlungsmöglichkeiten sind dahingehend eingeschränkt, dass alles immer perfekt erledigt werden muss. Wer stattdessen sagt, „Ich bin schon eher perfektionistisch veranlagt“, gibt sich selbst einen größeren Handlungsspielraum, wenngleich auch die Grundtendenz bleibt. Mit der Arbeit an solchen Verhaltensstrategien werden mitunter Depressionen behandelt.

Grundsätzlich gilt also: Je totaler der Anspruch an sich selbst, desto enger der Handlungsspielraum.

2. Kreative Arbeit zuerst?

Hand hoch, wer macht sich erst mal einen Kaffee, beantwortet oder löscht E-Mails oder quatscht mit den Kollegen über den Tagesgossip, kurz: wer erledigt erst mal das ganze einfache und hirnlose Zeugs? Nach David Rock, Co-Founder des Forschungsinstituts Neuro Leadership Institute, ist das ein Grund, weshalb wir weniger effektiv sind, denn „every decision we make tires the brain“. Heißt, je mehr Zeit und damit Energie wir am Anfang für Unwichtiges verdaddeln, desto weniger haben wir am Ende für die coolen Tasks. Er rät. lieber mit den Aufgaben zu beginnen, die die Kreativität fordern. Den Rest kriegen wir danach auch noch hin.

Der Vollständigkeit halber sollte aber erwähnt werden, dass es auch andere Schulen gibt, für die die Hassaufgaben an erster Stelle stehen sollten. Wer zwei, drei Stunden unliebsame Dinge erledigt, habe danach das Gefühl, etwas geschafft zu haben und könne mit Elan und Motivation an die Dinge herangehen, die mehr Spaß versprechen.

Egal, für welche der beiden Strategien man sich am Ende entscheidet, in jedem Fall sollte das Sparsamkeitsprinzip auf den Arbeitsalltag angewendet werden:


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