Ex-Blink Frontmann Tom DeLonge gründet mit ehemaligem UFO-Chef eine Art Space-X

Wer sich mit UFOs beschäftigt, wird gemeinhin in die Sparte des aluhuttragenden Verschwörungstheoretikers gesteckt. Nicht aber ins Pentagon, Heimat des US-Verteidigungsministeriums. Wie die „New York Times“ berichtet, gibt es dort offenbar ein Programm, dass sich mit UFOs beschäftigt – namens „Advanced Aerospace Threat Identification Program“. Leiter des Programms, das bis dato eigentlich geheim war und ein Budget von 22 Mio. Dollar verschlang, war Luiz Elizondo. „War“ deswegen, weil Elizondo den Arbeitgeber gewechselt hat. Er arbeitet jetzt mit keinem geringeren als Tom DeLonge, Ex-Frontsänger von „Blink-182“, und ebenfalls UFO-begeistert, zusammen. Der Grund für das Aufeinandertreffen dieser zwei Charaktere liegt darin, dass DeLonge ein neues Unternehmen gegründet hat – mit dem verheißungsvollen Namen „To The Stars Academy“ (TTS Academy).

Die ambitionierte Vision hinter der TTS Academy ist die, ein Unternehmen zu schaffen, dass Forschung im Raumfahrtbereich, Bio-Technologie und Entertainment vereint. Um ein bisschen besser zu verstehen, wie es zu der Gründung kam, muss man den Hintergrund DeLonges kennen. Ehemals Mitglied der populären Pop-Punk-Band „Blink-182“, hat er erfolgreich mehrere Unternehmen (mit)gegründet, unter anderem das Kleidungslabel „Atticus“, oder die Entertainment-Company „To The Stars“. Wegweisend für die TTS Academy war sein Buch „Sekret Machines Book 1: Chasing Shadows“, in dem er sich als Co-Autor mit UFO-Phänomenen auseinandersetzt.

DeLonge hat absolute Moonshot-Ziele

DeLonge will mit der TTS Academy Unternehmen aufbauen, dass ein bisschen Space-X, ein bisschen Bio-Tech – Forschungsschwerpunkt „Brain-Computer-Interface Technology“ – und ein bisschen Unterhaltungsschmiede für Millenials sein soll. Die Idee ist, an den Grenzen des aktuell Möglichen zu forschen, und gleichzeitig Unterhaltungsformate um das Thema „Das Unerklärliche“ an die Zielgruppe zu liefern, und diese damit für das Thema zu begeistern. Um das Ganze zu realisieren, sollen Investoren ans Land gezogen werden. Aktuell läuft auf der Website des Unternehmens eine Crowdfunding-Kampagne – derzeitiger Stand: Gute zwei Mio. Dollar.

Das klingt ambitioniert, wenn nicht sogar nach Größenwahn. Für DeLonges Projekt spricht aber, dass er sich einige namhafte Leute mit ins Boot geholt hat. Neben dem eingangs erwähnten Elizondo werden Experten aus der Luft- und Raumfahrtbranche, CIA-Veteran Jim Semivan, der 25 Jahre als Operations Officer bei dem Geheimdienst tätig war, sowie Top Talente aus der Bio-Tech-Sparte für die TTS Academy arbeiten. Für einen Erfolg der TTS Academy spricht auch, dass sich DeLonge in der Unterhaltungsbranche als erfolgreicher Entrepreneur profiliert hat, sowohl was den finanziellen Aspekt betrifft als auch die Vielzahl von Projekten, die der 42-Jährige schon umgesetzt hat.

Ist die TTS Academy seriös?

Auf der anderen Seite wirkt das ganze Unternehmens-Konzept so, als hätte ein Künstler seinen Kindheitstraum erfüllt, weil er das nötige Kleingeld dafür hat. Kritiker könnten argumentieren, DeLonge fehle das nötige Wissen und die Kompetenz, um ein Unternehmen erfolgreich zu leiten, dass nicht nur in der Unterhaltungsbranche, sondern auch in den Hard Sciences mitmischen will. Zudem klingt das ganze Projekt ein bisschen sehr nach Moonshot – dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden, nur können vergleichbare Programme wie „SpaceX“ von Musk oder „X“ von Alphabet/Google auf eine Menge an Ressourcen und Wissen zugreifen, die die TTS Academy wahrscheinlich nicht zur Verfügung hat.

Insgesamt ein spannendes Projekt, dass der Poppunk-Entrepreneur auf die Beine gestellt hat. Aber auch wenn er in einer Präsentation schon über eine geplante Zusammenarbeit mit der US-Regierung spricht, ist die Faktenlage zu dünn, um zu sagen, dass das Unternehmen wirklich Erfolg haben wird. Was Stirnrunzeln auslöst, ist, dass DeLonge die Sache mit den UFOs offensichtlich ernst meint. Dass er damit viele Verschwörungstheoretiker abholt, ist klar. Aber dass er dadurch seiner Reputation als aufstrebender Unternehmer auch schaden könnte, ist die andere Seite der Medaille. Letztendlich ist nur eines sicher, DeLonge hat mit seiner ambitionierten Idee eine Menge Aufmerksamkeit auf sich gezogen.

 


Paul Siethoff

Paul hat Kommunikation studiert und sieht seine Stärken vor allem im Kommunizieren. Da er einen Job braucht, in der er seine kommunikative Ader voll ausleben kann, zieht es ihn in den Journalismus. Hat er gerade mal Sendepause, zieht er ein paar Bahnen (im Wasser) oder versucht, politisch informiert zu wirken.

Zum Autor

Das können wir Dir auch empfehlen

placeholder
placeholder
placeholder