Watchlist 2018: Mimi will mit Algorithmen unser Hörerlebnis verbessern

Philipp Skribanowitz ist die Nummer 8 auf unserer Watchlist 2018, mit 100 Gründern, Machern, Kreativen, von denen du im kommenden Jahr hören wirst. Hier stellen wir vor, wie er und sein Unternehmen Mimi unser Hörelebnis auf das nächste Level heben will.

Unter den großen Zukunftsthemen gehört „Prävention von Hörschäden“ eher nicht zu den lässigen Trends. Das dürfte auch Philipp Skribanowitz gedacht haben, ehe er im Jahr 2013 auf den Algorithmus eines gewissen Nick Clark stieß. Skribanowitz arbeitete damals in der Trendforschung des Berliner Early-Stage-Investors Atlantic Labs. Clark forschte in England daran, Hörverluste durch Software auszugleichen – einige Monate später gründeten die bei- den gemeinsam mit zwei weiteren Partnern Mimi Hearing Technologies.

Mimi setzt auf Software

Schnell war klar: Eigene Hörgeräte wollten sie nicht bauen, denn damals poppten allerorts entsprechende Kickstarter-Kampagnen auf. „Wir entschieden, uns auf Software zu konzentrieren. An der Hardware sollten sich andere die Zähne ausbeißen“, sagt Skribanowitz. Dann kam der Durchbruch in der technischen Entwicklung: Der Algorithmus konnte bald nicht nur Menschen mit Hörschäden helfen, verloren gegangene Frequenzen wieder zu hören – sondern auch Menschen ohne Schäden ein besseres Hörerlebnis verschaffen.

Von da an war Mimi nicht mehr nur ein ambitioniertes Health-Startup, das Startup arbeitete an einem potenziellen Lifestyle-Produkt. Es entstanden zwei separate Apps: Der Hearing Test gibt Auskunft über die Hörfähigkeit und verfolgt einen medizinischen Ansatz; Mimi Music verspricht, ein individuell optimiertes Musikerlebnis. Über die Marke, auch das ist Teil der Idee, sollen Nutzer außerdem subtil auf das Thema Hörschäden aufmerksam gemacht werden. Schließlich ist das Thema bis heute stigmatisiert und gilt als Angelegenheit für ältere Menschen.

In Zukunft soll es Autos mit Audiofiltern geben

Anders als Hörgerätehersteller, die erst dann Geld verdienen, wenn der Schaden schon angerichtet ist, will Mimi präventiv agieren und seine Nutzer gesund halten. „Wir wollen an möglichst vielen Punkten in deinem Audio-Ökosystem anknüpfen“, sagt Skribanowitz. Der 34-Jährige verfolgt darum den Plan, die Plattform als individualisierten Audiofilter überall anzudocken: In Smart-TVs, Autos und Smartphones sollen in Zukunft Mimis Algorithmen laufen.

Schon heute lassen sich Spotify und Soundcloud direkt über Mimi Music abspielen und klanglich optimieren. Wichtiger nächster Meilenstein: Auf der CES, der weltgrößten Messe für Unterhaltungselektronik, bekommen der Audiotechnikhersteller Beyerdynamic und Mimi für einen gemeinsam entwickelten Kopfhörer demnächst den CES Innovation Award. Mimi wäre nicht die erste ausgezeichnete Innovation, in der das Zeug zu einem neuen Standard steckt.

 

 

Mehr Gründer, Macher und Kreative aus unserer Watchlist 2018 sowie weitere spannende Geschichten gibt es in unserer aktuellen Ausgabe. Erhältlich am Kiosk oder in unserem Online-Shop.


Tolgay Azman

Editor in Chief Business Punk. Digitalmensch, bevorzugt aber doch ganz gerne festes Papier in den Händen. Quoten-Urberliner. Leidenschaft für Reisen, herzhaftes Essen und gute Musik. Wirtschaftsabsolvent. Schreibt trotzdem ganz gerne.

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