Kollegen spenden Überstunden, damit Vater seinen kranken Sohn betreuen kann

Und es gibt sie noch: Geschichten, die uns den Glauben zurück an die Menschheit geben. Konkret geht es um eine Berliner Firma und ihren Mitarbeiter Jens Rösener. Dieser musste letztes Jahr einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen, als sein Sohn plötzlich schwer erkrankte. Diagnose: Herzmuskelschwäche. Für die Behandlung musste der Sohn in eine Spezialklinik nach Heidelberg. Um seinem Sohn in dieser schweren Zeit beizustehen, nahm Rösener Resturlaub und Überstunden in Anspruch. Aber diese waren irgendwann aufgebraucht – sein Sohn war aber immer noch in Behandlung. Was tun also?

Solidarität durch Belegschaft

Es schlug die Stunde seines Arbeitgebers und die der gesamten Belegschaft, denn: Um zu verhindern, dass Rösener unbezahlten Urlaub nehmen muss, appellierte der Chef an alle Kollegen im Haus und bat sie ihre Überstunden an Rösener zu spenden. Spiegel-Online veröffentlichte das interne Schreiben des Unternehmers. Darin heißt es unter anderem:

„Liebe Kolleginnen und Kollegen,

manchmal, wenn schreckliche Dinge geschehen, muss man als Team ein wenig enger zusammenrücken und sich gegenseitig helfen.

Heute möchte ich Sie im Namen der Geschäftsführung und des Betriebsrates der MTS Systems GmbH herzlich um Ihre Hilfe bitten, denn einem unserer Mitarbeiter, Herrn Jens Rösener, ist etwas schreckliches passiert und er muss sich seit mehreren Wochen um seinen Sohn auf der Intensivstation eines Krankenhauses kümmern

Daher treten wir als Geschäftsleitung und Betriebsrat gemeinsam an Sie heran: Unterstützen Sie ihren Kollegen und helfen Sie uns, die Freistellung auf Basis von Überstunden zu verlängern, indem Sie sein Überstundenkonto auffüllen. Das heißt, wenn Sie einige Überstunden übrig haben, so spenden Sie diese doch ihrem Kollegen…“

Die Reaktion der Kollegen ließ nicht lange auf sich warten und auch der Chef griff in das eigene Überstundenkonto. Am Ende kamen insgesamt 930 Stunden zusammen, umgerechnet etwa 133 Tage bei einer gewöhnlichen 35-Stunden-Woche. Viel Zeit also, um weiterhin in der Nähe seines Sohnes sein zu können. Wir finden: eine Top-Aktion.

 


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