In China fahnden Polizisten via Smart Glasses nach Verbrechern

Kriminelle mehr oder weniger Undercover aufzuspüren, hört sich zunächst nach einem nullachtfünfzehn Plot eines langweiligen Krimifilms an. In China aber tragen Polizisten Smart Glasses, um via Gesichtserkennung Verbrecher zu identifizieren. Ihr Look erinnert irgendwie an die Predator-Sonnenbrillen der „Men in Black“.

Vor allem bei der Bahnpolizei in Zhengzhou kommt die Brille zum Einsatz. Sie ist mit der polizeilichen Datenbank verknüpft und mit einer Kamera ausgestattet. So können die Gesichter von Reisenden und verdächtigen Kriminellen in Echtzeit abgeglichen werden.

In einem Test hat das System nur 100 Milllisekunden gebraucht, um 10 000 Gesichter zu identifizieren. Sieben Verdächtige wurden so schon festgenommen: von Verkehrssündern bis Menschenhändler.

Auch ein Modell für Deutschland?

Dass man auf Schritt und Tritt beobachtet wird, klingt für uns noch nach Dystopie, ist in China aber Alltag. Die Regierung überlegt sogar ein Social Credit System einzuführen, das das Verhalten der chinesischen Bürger bewertet. Jetzt auch noch die Videoüberwachung via Smart Glasses am Bahnhof. Polizisten die Verbrecherjagd einfacher zu machen, ist ja schön und gut, aber wo soll die ganze staatliche Kontrolle hinführen?

Allein aus Datenschutzgründen wäre in westlichen Gesellschaften die Fahndung nach Kriminellen mit Smart Glasses erstmal problematisch – erst recht in Hinblick auf die Gesichtserkennung. Aber was heute noch undenkbar erscheint, kann morgen schon Realität sein. Ob sich Augmented Reality für die Verbrecherjagd hier durchsetzen wird, wird also die Zukunft zeigen.


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