Berliner Biker kreieren Motorrad im Stil von Rocker Lenny Kravitz

Eigentlich haben Christoph Köhler und Marco Kramer nur ein bisschen Musik in Chris’ Werkstatt gehört und an ihren Bikes geschraubt. Dann lief „Flesh for Fantasy“ von Billy Idol und plötzlich dachten sich die beiden Jungs von „Motor Circus“: Hey, warum nicht ein Bike in Billy’s Stil machen. Ihr Kooperationspartner BMW Motorrad Berlin fand das super und hat gleich gefragt: „Könnt ihr auch Lenny Kravitz?“ Klar können sie! Bis Ende dieser Woche schraubten die beiden also an ihrer zweiten Künstler-Hommage – dieses Mal für Rocklegende Lenny Kravitz. Am Dienstag steht das Bike bei Kravitz‘ Konzert in Berlin.

My Werkstatt is my Castle: Die beiden Biker in Chris‘ Werkstatt in Berlin-Pankow getroffen.

Wir haben die beiden Biker in Chris’ Werkstatt getroffen und schon einmal vorab einen Blick auf das „Kunstobjekt“ – denn „Fahren darf man das Gerät nicht mehr“, weiß Christoph – geworfen. Das Bike ist schon etwas ganz Besonderes: Der mit Filz bezogene Tank ähnelt einem Alligatorrücken, denn „Lenny trägt doch immer diese Krokodillederimitatjacken“, erklärt Christoph. Nur schwarzes Leder wäre zu simple gewesen, findet auch Marko. „Um ihm gerecht zu werden, muss es etwas Extravagantes sein“, sagen die beiden Bike-Freunde.

Die E-Gitarre im Bike ist von Lenny inspiriert

Und das haben die beiden Jungs geschafft. Sie haben nahezu eine ganze E-Gitarre im Motorrad verbaut: Der Gitarrenhals ist am Heck des Gefährts befestigt, die Volume-Regler und die Gitarren-Saiten sind auf dem Tank angebaut. Sie sagen: „Lenny hat immer eine Gitarre dabei, eine Gitarre muss dabei sein.“ Dabei hatten die beiden bisher gar keine Ahnung von E-Gitarren, für dieses Projekt mussten sie erstmal recherchieren.

Die E-Gitarre als Motorrad

Am Ende kommt raus: Hätten sie mehr Zeit gehabt, hätte sie sogar eine komplette E-Gitarre verbauen können. Die hätte man sogar spielen können. Dennoch sind sie happy, denn sie hatten nur zwei Wochen Zeit und sind, wie sie sagen, „gerade so“ in der Deadline fertig geworden. Ein bisschen Zeit für Spielkram blieb dennoch: Als Gag haben die beiden Bastler auch ein blaues LED-Licht angebracht. Das eigentliche Frontlicht ist aber getönt, denn „Lenny hat ja immer eine Sonnenbrille auf“, erklärt Christoph. Am Ende sei ihr Baby ein guter Mix aus maskulin, verspielt und puristisch – also so wie Lenny’s Musik. Von seinen Rock- und Soul-Songs haben sie sich beim Basteln inspirieren lassen und schwärmen etwas: Marko empfindet ihn als „einen der letzten Rock’n’Roller“ und Christoph ist begeistert, dass Lenny auch „sozialkritisch“ singt.

Nicht nur cruisen, auch helfen in Gambia

Das passt nämlich auch zu ihrer Mission: Christoph und Marko haben vor neun Jahren den Verein Ärzte helfen e.V. gegründet, der zahnmedizinische Versorgung in Gambia ermöglicht. Wie kommt man denn auf sowas? Zuvor haben die beiden bei einer Schrottauto-Ralley von Dresden bis Gambia mitgemacht. Sie wählten einen alten Saab 900, Baujahr 1985. Allein die Fahrt durch all die afrikanischen Länder ließ sie aufhorchen: „In was für einem Saus und Braus leben wir eigentlich“, so erinnert sich Christoph, und so machte sich der Wille breit, vor Ort zu helfen. In Gambia lernten sie eine kleine Non-Profit-Klinik kennen.

Christoph, aus einer Zahnarztfamilie kommend, und Marko sahen hier Potential: Sie gründeten den Verein „Ärzte helfen e.V.“ und richteten in der Klinik zwei Praxiszimmer ein. Über Spendengelder und Sponsoren können sie einen Zahnarzt aus Mali und eine Zahnarztschwester beschäftigen und dreimal im Jahr fliegen deutsche Zahnärzte ehrenamtlich nach Gambia, um für ein paar Wochen auszuhelfen. „Der Verein ist eine Sache für’s Herz, Motor Circus ist unsere Leidenschaft“, fasst es Christoph zusammen, und eigentlich haben die beiden hauptberuflich sogar ganz normale Berufe: Dachdecker und Mediengestalter für Zahnärzte.


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