Office Pop KW 26: Die neueste und beste Musik gegen das Food Coma

Viele Menschen brauchen im Büro was auf die Ohren, um produktiv zu sein. Daher wuseln wir uns jeden Montag mit Office Pop durch relevante neue und alte Musik.

Alben der Woche

Kamasi Washington – Heaven and Earth

(Shoto Mas Inc., Young Turks Recordings, ab 22. Juni)

Wie bringt es jemand fertig Indie Kids und Hip Hoppern Jazz nahezubringen? Geholfen dürfte dem Tenorsaxofonisten Kamasi Washington haben, dass er früher für Flying Lotus oder für Kendrick Lamar tätig war. So ist sein Spiel zum Beispiel auf dessen Meisterwerk „To Pimp A Butterfly“ zu hören. Gut, Washington kommt also aus der Auftragsmusik, Bühnenmusik, Studiomusik, vor allem aber: aus der Big Band Musik. Und das hört man Heaven and Earth an, das vor allem eines ist – großartig. Eine große, dichte, lange Platte, auf der kein Song kürzer ist als knapp sechs Minuten. Ein Big-Band-Jazz-Feuerwerk voller virtuoser Soli und den ein oder anderen Ennio-Morricone- und Bossanova-Elementen. Nach Washingtons Debüt-Großtat „The Epic“ folgt das nächste Meisterwerk, das mit seinen knapp zweieinhalb Stunden Laufzeit auch nur eine halbe Stunde kürzer ist als der Vorgänger.

Weitere heiße Alben diese Woche:

Soulwax – Essential

Nine Inch Nails – Bad Witch

Songs, die wir lange nicht mehr gehört haben

Patti Smith Group – Because the Night

Nie wurde die Nacht schöner für die Liebenden reklamiert wie hier: „Because the night belongs to lovers // Because the night belongs to lust //Because the night belongs to lovers // Because the night belongs to us“. Meiner Meinung nach einer der besten Love Songs überhaupt – auch wenn er gar nicht so daherkommt. Fängt ruhig und balladenaft an, ist aber ein eigentlich hochenergetischer klassischer Rock Song, für den Patti Smith wohl am besten bekannt sein sollte. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass er in Zusammenarbeit mit Bruce Springsteen entstand.

Songs, die uns aus dem Food Coma hauen

Sublime – Santeria

Nicht verunsichern lassen, das ruhige Gitarrengezupfe ist gleich vorbei – und los geht’s mit dem fröhlichsten und positivsten Ska. Fuß-Mitwipp-Garantie, obwohl es in dem Song eigentlich gar nicht so fröhlich zugeht: Ein eifersüchtiger Junge will Rache am Neuen seiner Ex nehmen. Auch eine der ältesten Geschichten der Welt.

In die gleiche Kerbe haut übrigens Blind Melons „No Rain“: Der Song bringt die Brust zum Bersten und garantiert dreiminütiges Dauerlächeln – textlich aber pure Traurigkeit und Einsamkeit. Aber es geht ja darum, euch aus dem Food Coma zu katapultieren, also hört am besten nicht auf den Text.

Wie immer findet ihr die besprochene Musik wöchentlich geupdated auf unserer Spotify-Playlist:

 


Julian Daum

Julian hat beruflich auf Wörter gesetzt, schreibt und liest daher oft. Meistens über Wirtschaft, Politik und Popkultur. Wohnt im Internet, geht aber manchmal raus zum Spielen.

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