Wie Sarah Kauss aus Trinkflaschen ein 100-Millionen-Dollar-Unternehmen machte

Fünfzehn Millionen verkaufte Produkte in mehr als 65 Ländern, mehr als 200 verschiedene Designs, über 100 Mitarbeiter weltweit, mehr als 100 Millionen Dollar Umsatz: Das alles schaffte S’well-Gründerin und CEO Sarah Kauss in nur acht Jahren – mit 30.000 Dollar Eigenkapital und komplett ohne Fremdfinanzierung. Bootstrapping par excellence. Dabei existiert das Produkt, um das es hier geht, bereits seit Jahrzehnten und ist weltweit bekannt: Es geht um Thermosflaschen.

Kauss sah während eines Trips in Arizona überall Plastikflaschen im Wasser herumtreiben. Sie bemerkte auch, dass die Thermoflaschen der etwas umweltbewussteren Klientel zwar praktisch, aber maximal unsexy aussahen. Ihre Idee also: Thermoflaschen, die praktisch und dabei stilvoll sind – und dadurch den Plastikmüll reduzieren.

Die Vision: Keine Plastikflaschen mehr

Acht Jahre später führt Sarah Kauss ein Millionen-Unternehmen und das Forbes-Magazin bezeichnete die Unternehmerin als “One Of America’s Most Successful Self-Made Women”. Kauss besitzt immer noch 100 Prozent von S’well und hat nie Risikokapital finanziert, weil sie der Mission von S’well treu bleiben wollte: die Welt von Plastikflaschen zu befreien. Wir haben mit der Entrepreneurin darüber gesprochen, wie es ist ein junges Unternehmen aufzubauen und was man dabei beachten sollte.

Sarah, du hast 2010 dein Startup S’well gegründet. Davor warst du Wirtschaftsprüferin bei Ernst & Young. Hast du deinen Job dort für S’well aufgegeben?

Nach EY arbeitete ich eigentlich in der internationalen Immobilienentwicklung. Als ich beschloß, S’well zu starten, bin ich einfach all-in gegangen. Ich kündigte meinen Job, um mich ganz darauf zu konzentrieren. Die Gründung war eine spannende Zeit. Ich habe wirklich geglaubt – und tue es immer noch –, dass ich dadurch etwas verändern kann, indem ich die Welt von Plastikflaschen befreie.

Wie war der Anfang? Vor welchen Herausforderungen standest du?

Die größte Herausforderung bestand schon darin, alle Aufgaben und To-Do´s unter einen Hut zu bekommen. Buchhaltung, Marketing, Vertrieb, Operations und vieles mehr. Aber es hat funktioniert und ich habe schrittweise ein super Team aufgebaut.

Hattest du eine Zeit, in der du dachtest: Ein neues Unternehmen zu gründen ist zu anstrengend. Ich pack es nicht, ich will zurück zu EY?

Ja, und zwar jeden Tag. Fakt ist: Es ist schwer ein Unternehmer zu sein. Es gibt immer eine neue Herausforderung, die es zu meistern gilt. Aber die Freude, wenn ich Fremde auf der Straße sehe, die unsere originalen S’well-Flaschen tragen, oder die erfolgreiche Einführung eines neuen Produkts wie unsere „40oz“ und „64oz Roamers“, hört nie auf. Es hält mich in Schwung, weil ich weiß, dass wir die Konsum verbessern und gleichzeitig die Verwendung von Einweg-Plastikflaschen reduzieren.

Erzähle uns etwas über euer Million Bottle Project. Wie bist du darauf gekommen?

Es war eine Teamleistung. Wir wussten, dass eine Person mindestens 167 Flaschen pro Jahr eliminieren kann und stellten fest, wenn 6.000 Menschen das Versprechen einhielten, zwölf Monate lang keine Einweg-Plastikflaschen mehr zu verwenden, könnten wir helfen, eine Million Plastikflaschen einzusparen. Und wir denken bei S’well gerne groß: Bis bis 2020 wollen wir 100 Millionen Plastikflaschen verdrängen.


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