Bewerbungsgespräch mit Lukas Strobel alias Alligatoah

Herr Alligatoah, ich beginne mit einem Zitat Ihrerseits: „Meine letzten Worte bevor ich zu den Sternen schwebe: Gern geschehen.“ – Was war Ihr bisher größter Erfolg?

Eine schwierige Frage, ich möchte etwas anders darauf eingehen. Fragt man mich, welche Teile meines künstlerischen Schaffens ich am besten finde, ist es die YouTube-Reihe Überstunden, die aus wöchentlich erscheinenden Mini-Songs bestand und zum Album „Triebwerke“ gehörte. In jedem Song habe ich einen anderen Beruf ausgeübt. Diese Reihe ist ein bisschen untergegangen, aber sie ist eine der Sachen, die ich mir von mir selbst am liebsten anhöre und anschaue. Sie ist mein kleiner Geheimtipp an mich selbst.

Was waren das für Jobs?

Flugbegleiter, Feuerwehrmann, Archäologe, Comiczeichner, Ghostwriter, Gigolo – insgesamt waren es 14 Stück. Die erste Single von „Triebwerke“ war „Narben“, die dann thematische an die Reihe anschloss. Denn es geht in dem Song auch um viele ausgeübte Berufe, durch die man sich viele Narben zugefügt hat aus denen sich Geschichten ergeben, die man erzählen kann.

Welchen dieser Jobs würden Sie gerne machen?

Archäologe finde ich sehr interessant. Das Vorstellen der Vergangenheit, wie es früher wohl gewesen sein mag, gefällt mir. Da muss man sich auf Quellen verlassen, die andere Leute ausgegraben haben. Wenn man allerdings selbst Archäologe wäre, dann könnte man sich da etwas sicherer sein und diese Behauptungen verifizieren.

Alligatoah sind ja eigentlich zwei Personen, der Rapper Kaliba 69 und Produzent DJ Deagle. Beide werden von Ihnen dargestellt – Wie schwer können Sie Verantwortung abgeben?

Sehr gut. Ich habe damit absolut kein Problem Kontrolle abzugeben und mich in die Verantwortung anderer zu begeben. Solange ich bei meiner eigenen Musik die Zügel in der Hand habe, kann ich mich beim Musik machen mit meiner Band Trailerpark problemlos in das Gesamtkonstrukt einfügen und muss nicht der Leitwolf sein.

Sind Sie also ein guter Teamplayer?

Ja. Ich bin vielleicht sogar ein besserer Teamplayer als Anführer. Aber ich glaube, dass man irgendwo in seinem Leben immer einen ganz kleinen Ausgleich braucht, wo man einmal selbst der Chef ist und keinen hat, der einem etwas sagt. Und das ist bei mir Alligatoah. Und da lasse ich mir von keinem etwas sagen.

Was macht Ihnen mehr Spaß?

Alleine arbeiten. Gerade im musikalischen Bereich ist es etwas sehr schönes unabhängig zu sein und keinen Anforderungen gerecht werden zu müssen. Als ich mich zum ersten Mal auf Teamspielereien mit meiner Band eingelassen habe, war das ein Experiment. Ich musste erst mal herausfinden, dass ich das ganz gut kann. Aber irgendwann juckt es auch wieder und ich muss allein sein.


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