Gender-Stereotype: Feuerwehrmänner können auch Frauen sein

Mein Papa ist Chirurg, meine Mama arbeitet im Büro. Mein Opa war Feuerwehrmann, meine Oma Hausfrau. Dass ein solches Familienbild schon länger nicht mehr die Realität und die beruflichen Möglichkeiten unserer heutigen Zeit widerspiegelt, ist wohl den meisten von uns bewusst. Dass ich auch als Frau zur Feuerwehr kann, auch wenn jeder nur von Feuerwehrmännern redet. Dass ich auch als Frau Pilotin werden kann, auch wenn jeder nur über Piloten redet. Ist doch selbstverständlich. Oder etwa nicht?

„What’s your firefighter called?“

Die Organisation „Inspiring The Future“ hat zum Weltfrauentag 2016 gemeinsam mit der Agentur „MullenLowe London“ dieses interessante zweiminütige Video erstellt: „Redraw The Balance“ will zeigen, wie sehr wir selbst heutzutage noch von Stereotypen gelenkt werden, wie schwer es ist über die eigene Zukunft zu denken, wenn Gender-Stereotype unsere Wahrnehmung beeinflussen.

Das Experiment von „Inspiring The Future“ filmt eine 20köpfige Grundschulklasse in Großbritannien. Die Kinder sind zwischen fünf und sieben Jahren alt und haben alle die gleiche Aufgabe: Zeichne einen Feuerwehrmann, einen Chirurgen und einen Piloten – der englischen Sprache zum Dank, sind all diese Berufsbezeichnungen geschlechtsneutral.

„Who would like to meet these people for real?“

„Wie nennt ihr denn eure Feuerwehrleute?“, fragt eine der Betreuerinnen. Der eine heißt, Gary, der andere Stan und noch einer Sam. Er trägt einen Helm, er ist stark, er ist groß. Er ist ein Feuerwehrmann. Die zwanzig Kinder haben insgesamt 61 Bildern gemalt. Nur fünf Bilder zeigen Frauen. Laut der Organisation werden Gender-Stereotype genau in dem Alter dieser Kinder definiert – zwischen fünf und sieben Jahren. „Inspiring The Future“ möchte gemeinsam mit Schulen ein Treffen mit Kindern ermöglichen, um zu zeigen: Piloten können auch Frauen sein.

Firefighter_female
Eines der fünf von 61 Bildern, welches zeigt: Es gibt auch Feuerwehrfrauen.

[via]


Denise Kopyciok

Denise Kopyciok ist Master-Studentin für Journalismus. Wenn sie nicht gerade in St Petersburg versucht die russische Sprache zu verstehen, streunt sie in Berlin umher. Was sie sonst so von der Welt hält, kann man in ihrem Blog nachlesen.

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