Leadership & Karriere Suff & Pitch: Groupify-CEO holt Feedback vom Kneipenvolk

Suff & Pitch: Groupify-CEO holt Feedback vom Kneipenvolk

Im Peppi Guggenheim plötzlich Übermut: Jaxt erspäht einen Typen, der nach 40 Jahren erfolgloser Musikerkarriere aussieht. Einen Titanen des analogen Widerstands. Jaxt: „Den Lonely Wolf machst du klar.“ Oh Gott, echt? Von Harsdorf hat keinen Bock, völlig verständlich, aber so ein Abend darf ja nicht nur Heiterkeit an der Pulle sein, sondern muss vor allem die Grenzen des Unternehmerdaseins ausloten. Also raus aus der Komfortzone, ran an den Tresen.

Ran an den Lonely Wolf

Und siehe: Von Harsdorf holt der großen Herausforderung entsprechend einen ganz feinen Trick aus der Tasche: den stealthy Schultergriff. Denn indem er sich neben ihn an die Theke windet, fasst er geübt dem guten Mann kumpelig an die Schulter – so ganz von Musikkenner zu Musikmacher. Und das funktioniert, denn der Dude, der sich Renaldo Renaldini nennt („Echt, such mich auf Facebook“), ist gleich Ohr. Aber auf Konzerte gehen? Eher nicht. Lieber selber auftreten. Niiice, pitcht Alex souverän in die sich aufgetane Lücke, denn willst du nicht auf mehr Gäste auf deinen Gigs haben? Billige Tickets gleich mehr Menschen? Nachdenken, Kopfschütteln. Eigentlich nicht. Say what? Renaldini: „Nee. Dann brauche ich ja einen Manager.“

Garantiert ehrlich: Feedback vom Kneipenvolk zu später Stunde – mit reichlich intus.

Von Harsdorf schafft es konsterniert zum ­Nebentisch, wo Ilyn und Chris bislang einen netten Abend hatten. Schulterstreichler, Smoothtalk, Ergebnis: Beide finden es gut, auch wenn Chris keine Absicht hat, so eine Groupify-Gruppe zu starten. Der Rabatt müsste auch bitte echt bedeutend sein, sonst nicht. Konsequent, dass Chris uns für seine Meinung Bier und Sekt abpresst. Ilyn findet den Service absolut sinnvoll, sieht sie doch immer bei Facebook, wer von ihren Freunden sich für welche Events interessiert. Ihr klar, dass man diesen Leverage nutzen sollte.

Im Ä in der Weserstraße sitzen wir so rum und warten ein bisschen auf ein Wunder, dass doch noch Gegenwind für Groupify kommt. Tja, es trifft tatsächlich ein. Und zwar in Form von – tadaaaaa – Magier Lukasz, der an den Tisch weht und ­Taschenspielertricks vorführt. Wir sind ohnehin schon nicht mehr ganz so kritikfähig unterwegs, und die verschwindenden Spielkarten und von hinter dem Ohr herbeigezauberten Münzen begeistern uns schnell. Aber jetzt – Deal? Deal! – die Groupify-Pitch-Show: Lukasz, wie sieht’s aus, ist Groupify was für dich? Nö. Online kauft er nur ab und zu mal ein Buch bei Amazon zum Thema Magie. Und das eben alleine. Und verschwindet.

Boah, plötzlich spät und morgen wieder E-Mails. Schön, dass wir dieses Mal nicht ganz so verballert aus dem Abend steigen. Auch wenn es jetzt doch ziemlich prima wäre, wenn man zu viert eine Taxifahrt individuell groupifyen könnte – für billo-billo-billig, logo.

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Der Artikel stammt aus der aktuellen Ausgabe 04/2017. Titelgeschichte: FDP-Chef Christian Lindner und der radikale Relaunch seiner Partei. Mehr Infos gibt es hier.

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