Spotify: Wie sich ein peinlicher Fehler im Netz verselbstständigt

In meiner Zeit in New York City habe ich die komplette Fokussierung auf eine Stadt sehr bewundert. Für die New Yorker zählt rein gar nichts, außer die eigene Stadt. Das Valley setzt sich eh nicht durch, Los Angeles und Paris kommen selten mal zur Sprache, von Berlin hört man seit einigen Jahren nur in Brooklyn von am Hals tätowierten Flat White-Konsumenten und von New Jersey fangen wir gar nicht erst an.

Zurzeit schmunzelt die Welt wieder über die geographische „Unwissenheit“ der Amerikaner. Was war passiert? Spotify ist gestern and die Börse gegangen und am New York Stock Exchange wurde anstelle der Schwedischen Flagge eine Schweizer Flagge gehisst. Nun, das kann mal passieren. Sweden und Switzerland klingen ja auch fast gleich und haben beide ein Kreuz auf der Flagge. Das Consulate General of Switzerland in New York hat sich auf Facebook amüsiert dazu gemeldet:

Die offizielle Seite von Schweden lehrt nun auch die Unterschiede zwischen den beiden Ländern:

Und natürlich dreht auch Twitter am Rad. Der Hashtag #SwedenIsNotSwitzerland fährt durchs Netz wie ein Schweizer Bob.

Generell scheint das Phänomen nicht neu zu sein: Die Airline Swiss hat schon vor einem halben Jahr mit der Kampagne ein Ticket nach Swederland verlost.

Aber: Was für uns Menschen der Alten Welt wie Unwissenheit und ein marodes Schulsystem aussieht, ist zumindest den New Yorkern mit einem Wort gesagt „egal“. Wenn man im Zentrum der Welt wohnt, ist das vielleicht auch verständlich.

Und Markus, wo geht es in den nächsten Urlaub? „Stockholm oder Zürich, Hauptsache Schweden!“


Markus Sekulla

Markus Sekulla ist freiberuflicher Unternehmensberater im Bereich Kreative/Digitale Kommunikation. Er befasst sich in der nicht immer klar zu trennenden Frei-und Arbeitszeit am liebsten mit New Work, Trends, digitalen Kampagnen und kreativen Ideen.

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