Mit dem „Ocean Cleanup“ startet die größte Meeressäuberungsaktion der Geschichte

Es ist keine Neuigkeit, wenn wir euch erzählen, dass Millionen von Plastikteilchen in den Weltmeeren herumschwimmen und den dort lebenden Bewohnern die Existenz erschweren. Was jedoch eine Neuigkeit ist: In der Bucht von San Francisco steht nun eine riesig schwimmende Filteranlage namens „The Ocean Cleanup“ in den Startlöchern, welches sich dem Problem annehmen will und am Samstag von einem Schiff durch die Bucht von San Francisco zum „Great Pacific Garbage Patch“ gezogen werden soll. Unterwegs wird der Meeres-Staubsauger auch unter der Golden Gate Bridge vorbeischwimmen. Wie genau die Route aussehen wird, seht ihr hier:

Durch die Bucht von San Franciso zum Pazifischen Müllstrudel. (Foto: The Ocean Cleanup)

Was ist der „Great Pacific Garbage Patch“? Dieser stellt die weltweit größte bekannte Ansammlung von Plastikmüll in den Meeren dar. Ein Teppich, der mit ca. 1,8 Billionen Plastikteilchen etwa fünfmal Mal so groß wie Deutschland ist. Hier soll also die große Saubermachaktion beginnen. Das Ziel ist, in fünf Jahren die Hälfte des angesammelten Plastikmülls im gesamten Pazifik abzusaugen. Dazu sollen bis zum Jahr 2020 ganze 60 Anlagen in Betrieb genommen werden.

Die Idee stand, der Start verzögerte sich

Bis es allerdings soweit war, hatte es einige Jahre gedauert. Die Idee für „The Ocean Cleanup“ hatte Bojan Slat bereits 2013, als er im Urlaub auf der griechischen Insel Lesbos beim Tauchen viel Plastik im Wasser sah. Daraufhin beschloss der heute 24-Jährige, etwas dagegen zu unternehmen. Er dachte sich einen Schwimmkörper mit langen Kunststoffarmen aus, der im Wasser treibendes Plastik einsammeln soll. Der Start verzögerte sich zunächst, weil nicht schnell genug Geld aufgetrieben werden konnte.

Boyan Slat, Gründer von „The Ocean Cleanup“ (Foto: The Ocean Cleanup)

Doch nun steht alles bereit und Bojan Slats Gerät geht an den Start. Es besteht aus kilometerlangen Fangarmen mit bis zu zwei Kilometer langen Röhren. Die untere Teil der Konstruktion funktioniert ähnlich wie ein Sieb, welches den ganzen Müll an der Meeresoberfläche abfischen soll. Um nicht unkontrolliert im Meer herumzutreiben, wird es von einer Ankerkonstruktion in 600 Metern Tiefe an Ort und Stelle gehalten. Klingt clever, und das Gute ist: Für Fische soll das Gerät ungefährlich sein, da diese mit der Wasserströmung unbeschadet unter der Anlage hinwegtauchen können.

Das Projekt wirft Fragen auf

Dennoch wirft das Projekt auch Fragen auf und wird von vielen Experten kritisiert. Einerseits würde es dem Staubsauger nicht gelingen, Mikroplastik aufzufangen. Ein weiterer Kritikpunkt: „The Ocean Cleanup“ kratze nur an der Oberfläche. Eben Schwartz von der California Coastal Commission, einer staatlichen Behörde für Küstenschutz, sagte zum Handelsblatt: „Natürlich gibt es eine Menge Plastikmüll an der Oberfläche des Garbage Patch, aber der macht nicht einmal drei Prozent der gesamten Plastikmasse aus, die jährlich in die Weltmeere wandert.“ Slat habe bestimmt die „besten Absichten“, Müll zu entfernen, doch viel wichtiger sei es, von vornherein zu verhindern, dass weiter Plastik in die Ozeane gelangt.

Ob sich das Konzept des Unternehmens also bewährt, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Dennoch ist der Start der weltweit größten Meeressäuberungsaktion der Geschichte ein großes – und wichtiges Event. Damit Fans und Interessierte auf der ganzen Welt es live miterleben können, stellt „The Ocean Cleanup“ einen Livestream zur Verfügung.


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