Boss Move: Mit diesen Tipps schaffst du es bis nach ganz oben

Fight for your Right to Rest

„In dem Moment, in dem man für sein eigenes Unternehmen arbeitet, neigt man dazu nie mit der Arbeit aufzuhören.“ Etienne Gardé, Mitgründer und Moderator bei Rocket Beans TV, musste erst lernen, richtig abzuschalten. Wenn er nachhause kam, dachte er ständig über die Arbeit nach. Was kann man wie anders und besser machen – und das in Dauerschleife. Seine Lösung: „Wieder in den Sportverein gehen. Bis zu zweimal die Woche spiele ich wieder Basketball – wie früher, bevor ich berufstätig geworden bin.“

Sport – das ist nicht nur Gönnung für die Physis. Das ist auch: Mentales Reset. Auf dem Spielfeld lässt man den Alltag draußen. Ist für die Dauer einer Partie in Gedanken nur beim nächsten Zug, Angriff und schließlich: Jubel.

Acht Jahre lang hatten Gardé und seine Kumpels eine Gaming-Sendung fürs Fernsehen produziert, als die einfach dichtgemacht wurde. Mit Rocket Beans TV hat man einfach ein eigenes Fernsehen erschaffen – im Netz.

Auch beim Sport gilt die Bubble-Exit-Strategie. „Mit Leuten abzuhängen, die nichts mit der eigenen Arbeit zutun haben, die überhaupt nicht wissen, was ich eigentlich mache oder die es auch gar nicht interessiert – das hat mir geholfen, den Kopf freizubekommen“, erklärt Gardé.

Und wie heißt es so schön: Zum eigenen Glück muss man sich manchmal zwingen. In den Worten von Gardé: „Es ist wichtig, dass man sich forciert, andere Hobbies zu haben.“ Die Betonung liegt hier auf: forcieren. Rauskommen aus der eigenen Bubble, die Gedanken vorübergehend auf ein anderes Gleis legen, den Umgang mit Menschen pflegen, die es überhaupt nicht juckt, dass man zu den „30 unter 30“ gehört, dazu muss man sich eben zwingen – und das lernt man nicht von heute auf morgen, sondern erst im Laufe einer Karriere.

Spiele nach eigenen Regeln

Kaddie Rothe, Mitgründerin der Marketing-Agentur Goalgirls, muss nicht lange überlegen, wenn sie sich für einen Ratschlag entscheiden müsste. Er lautet: Probiert euch aus. „Ich hab immer gesagt: Ich will Käptn Blaubär sein und 13 ½ Leben leben.“ Das bedeutet: In Berufen und Branchen unterwegs sein, die nichts mit der eigenen Zukunft zu tun haben – zum Beispiel in der Gastronomie jobben, auch wenn längst klar ist, dass man ins Marketing möchte. Der Vorteil: „Die Menschen“, denen man dort begegnet, „werden später deine Kunden sein“, so Rothe. „In je mehr Branchen du gearbeitet hast, desto mehr Insights hast du auch.“

Mit ihrer Schwester wirbelt Kaddie Rothe gerade die Marketing-Szene in Deutschland auf. Der Fokus: Live-Events mit Interaktion anstatt dröge Plakatwerbung.

Rothe weiß, dass in einer Branche, in der es auf Kreativität ankommt, gerade unorthodoxes Denken gefragt ist. „Je mehr wir uns an der Branche orientieren, desto weniger innovativ sind wir“, sagt sie. Stichwort: Deadlines. „Früher dachte ich, Timing ist alles. Timing hat aber nichts mit Pünktlichkeit oder Deadlines zu tun, sondern dass man so lange an einer Idee arbeitet, bis man zufrieden ist und Leute begeistern kann.“

Wir lernen: Gehe dein eigenes Tempo und handle nach eigener Maxime. Das klingt verdammt nach Kant. Und wenn man schon am Ende seiner Gedankengänge beim Groß-Babo der deutschen Philosophie angekommen ist, hat man doch einiges richtig gemacht. Amen.


René Krempin

René Krempin hat Kultur- und Medienwissenschaften studiert und über mehrere Stationen bei Print- und Online-Medien den Weg in die Agentur gefunden. Bei OSK arbeitet er als Online- und Social-Media-Redakteur. Mit großem Interesse verfolgt er unter anderem die Entwicklungen in der eSports-Szene. In seiner Freizeit ist er aber auch gerne analog unterwegs: mit Freunden auf dem Bolzplatz.

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