Bewerbungsgespräch: Fünf Tipps, um die Nerven zu behalten

Ein Gastbeitrag von Julia Weidemann / Richtiggutbewerben.de

Jeder von uns kennt es, dieses unangenehme Ziehen in der Magengrube, das uns nicht nur vor der Wurzelbehandlung beim Zahnarzt, sondern ganz besonders vor einem wichtigen Vorstellungsgespräch heimsucht. Da hat man die erste Hürde des Bewerbungsschreibens geschafft, schon tut sich das nächste Hindernis auf: Wie überzeuge ich mein Gegenüber mit Coolness von meiner Eignung für diesen einen Job, wenn mir innerlich doch eigentlich die Düse geht und ich Schweißausbrüche und Herzrasen bekomme?

Hier kommen fünf Tipps, mit denen ihr garantiert die Nerven bewahrt:

#1 Gut geplant ist halb gewonnen

Im Gespräch kann es schnell unangenehm werden, wenn dein Gesprächspartner merkt, dass du keinen Plan von deinem zukünftigen Arbeitgeber hast. Daher gilt: Bereite dich ausreichend vor und lies dich in die Werte, Aufgabenbereiche und Anforderungen des Unternehmens an die Bewerber ein. So kannst du einem totalen Blackout vorbeugen und brauchst Selbstsicherheit nicht nur vorzutäuschen. So lockt dich kein Personaler mehr mit Fangfragen. Schau dir unbedingt auch nochmal die Hard Facts zu deiner Person aus den Bewerbungsunterlagen an, um für eventuelle Nachfragen zu Lebenslauf & Co. gewappnet zu sein. Inhaltliche Sicherheit nimmt dir bereits einen Großteil der Aufregung vorab.

#2 Der Angst ins Auge blicken

Unangenehme Situationen kommen und gehen. Wir können uns nicht davor drücken. Was das Ganze auf Dauer jedoch leichter macht, ist Akzeptanz. Je früher du lernst, dich der Nervosität vor Bewerbungsgesprächen zu stellen, desto effektiver kannst du gegen diese Aufregung angehen. Mach dir selbst nicht allzu großen Druck und versuch jede Gesprächssituation als Erfahrung und Übung gegen die eigene Angst zu verbuchen. Das senkt das Risiko der Selbstüberschätzung und du wirst merken, dass dir der Umgang mit Vorstellungsgesprächen von Mal zu Mal leichter fällt. Und ein Gedanke, den wir immer gern vergessen: Auch andere Bewerber sind nervös, am Ende des Tages sind wir doch alle gleich.

#3 Sei dein eigener Superheld

Wir haben gerade gelernt, dass es ok ist, aufgeregt zu sein. Daher gilt: Versuch dich nicht zu verstellen. Gerade eine aufrechte Körperhaltung macht unfassbar viel aus. Motivations-Coaches wie Amy Cuddy schwören daher auf die Superhelden-Pose. Studien belegen, dass bereits wenige Minuten des Verharrens in dieser Position dein Stresslevel nachhaltig senken und dir zu mehr Selbstbewusstsein vor dem Gespräch verhelfen. Behalte dir ein positives Mindset bei und gehe motiviert in das Gespräch. So wirkst du kompetent – eben als der geeignete Kandidat, der sich nicht so leicht ins Kreuzverhör nehmen lässt.

#4 Wohlfühl-Programm vorab ist angesagt

Um Nervosität gar nicht erst zum alles übermannenden Faktor werden zu lassen, ist es besonders wichtig, dass du dich wohl in deiner Haut fühlst. Dazu gehört dein persönliches „Sieger-Outfit“, mit dem du deinen besten Auftritt hinlegen kannst. Seriös wirken muss nicht bedeuten, sich in einen Bleistiftrock oder ein unbequemes Hemd zu zwängen. Lege dir die Sachen am Abend zuvor raus und gehe ausgeschlafen zum Gespräch. Denn man wird dir sofort an deiner ganzen Ausstrahlung anmerken, ob du gut vorbereitet bist oder dich am frühen Morgen noch abhetzen musstest.

#5 Kein Schauspiel betreiben

Gerade nervöse Bewerber neigen dazu, sich im Gespräch ungewollt zu verstellen. Doch ein erfahrener HR-Mitarbeiter merkt sofort, wenn vor ihm ein übertriebenes Schauspiel und Posing betrieben wird. Verstricke dich also nicht in die spektakulärsten Antworten, sondern bleib authentisch. Ehrliche und vor allem überlegte Antworten auf die gestellten Fragen wirken doch gleich viel sympathischer als jemand, der versucht zu übertrieben perfekt zu sein. Denn genau hier ist der Haken: Wer zu affektiert rüberkommt, wird aus Sicht der meisten Unternehmen kaum ins Team passen.

 

Julia Weidemann ist Texterin und Bewerbungsexpertin beim Online-Bewerbungsservice richtiggutbewerben.de, über den Kunden Bewerbungsunterlagen von Ghostwritern erstellen lassen können. Sie ist nicht nur Digital Native, sondern auch angehende Konzeptionerin für Onlinethemen. 


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