Dieser Verein möchte mit geretteten Lebensmitteln zum nachhaltigen Schenken aufrufen

In den Berliner Neucölln-Arkaden herrscht Weihnachtstrubel. Die Menschen haben große Einkaufstaschen mit tollen Geschenken dabei. Schließlich will man den Lieben zum Weihnachtsfest ja etwas Gutes tun.

Mittendrin ist am 9. Dezember eine Gruppe von Leuten, die sagen: Hört mal kurz auf, überlegt, ob ihr diese Sachen wirklich kaufen müsst. Wir haben eine Alternative. Diese Leute kommen vom Restlos Glücklich e.V., einem Verein, der sich mit Bildungsarbeit für die Wertschätzung von Lebensmitteln einsetzt. Essen spielt bei Geschenken eine große Rolle: Lebensmittel sind unter den Top 3 der beliebtesten Geschenke.

Von Berlin bis Kapstadt

Vom 7. – 9. Dezember konnten daher in den Arkaden Chutneys, Smoothies und Aufstriche hergestellt werden – als alternative Weihnachtsgeschenke. Als Zutaten dienten ausschließlich gerettete Bio-Lebensmittel, die ansonsten im Müll gelandet wären.

Der Koch Ulrich Beier in Action ©RESTLOS GLÜCKLICH e.V., Joris Felix Patzschke

Dr. Turgut Altug, Sprecher für Natur- und Verbraucherschutz von Bündnis 90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus von Berlin, nennt bei der Auftaktveranstaltung konkrete Zahlen zu unserem Umgang mit Essen: „Pro Jahr werden allein in Deutschland etwa 18 Mio. Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Mit dieser Menge könnte man eine Lastwagenkarawane von Berlin nach Kapstadt befüllen.“ Der Politiker unterstützt die Aktion deshalb gerne und schwingt sogleich selbst die Kochlöffel.

Jedes vierte Lebensmittel wird weggeworfen

Für Restlos Glücklich dient die Aktion als öffentlichkeitswirksame Bildungsarbeit, wie die Leiterin der Vereins-Geschäftstelle Hanna erzählt. „Wir haben die Aktion bewusst in dieses Shopping-Center gelegt, wo man sich selten mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzt. Wo kaum jemand weiß, wie viele Lebensmittel weggeworfen werden.“

Sie selbst wünscht sich an Weihnachten vor allem nachhaltige Geschenke: „Ich habe eigentlich alles, was ich brauche. Deswegen freue ich mich hauptsächlich über Sachen, die ich mir so oder so kaufen müsste. Zum Beispiel Naturkosmetik.“ Vielleicht eine gute Inspiration für unsere eigenen X-Mas-Shopping-Pläne und Wunschlisten.

Wer nun auch ein nachhaltiges Geschenk machen möchte: Am 15.12. ist Restlos Glücklich bei dem Pop-Up-Store für Gebrauchtwaren der Initiative Re-Use.


Nele Spandick

Nele hat nichts mit Medien studiert und versucht es trotzdem. Verheddert sich häufig in philosophischen Gedankenspielen und politischen Diskussionen. Entheddert sich dann mit wirtschaftlichem Pragmatismus, down-to-earth Trashkultur-Konsum und gutem Essen.

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