Ingenieur im Ruhestand will Tonnen an Kot in Biogas umwandeln

Wenn ab Mai die Bergsteigersaison beginnt, machen sich jedes Jahr rund 1 200 Menschen auf den Weg, den Mount Everest zu besteigen. Sie begeben sich in Extremsituationen, setzen sich eisiger Kälte aus und haben oftmals mit Höhenkrankheiten zu kämpfen. Nach ihren Touren kehren sie mit den spannendsten Geschichten zurück. Doch auch Abenteurer müssen ganz normale Sachen machen wie essen, schlafen und aufs Klo gehen. Nun findet man aber auf dem höchsten Berg der Welt nicht gerade eine Porzellanschüssel – man erleichtert sich eben dort, wo man gerade muss. Und das ist mittlerweile zu einem echten Problem geworden.

Eine tickende Fäkalien-Zeitbombe

Ungefähr zwei Monate dauert es, die Spitze des Mount Everest zu erreichen. In dieser Zeit scheidet der durchschnittliche Bergsteiger rund 30 Kilogramm Kot aus. In der vergangenen Saison wurden insgesamt 14 Tonnen menschlicher Exkremente aus dem Basiscamp und von anderen Orten abtransportiert und in Erdgruben eines zugefrorenen Seebetts auf Höhe von mehr als 5 000 Meter über dem Meeresspiegel abgeladen. Bereits 2014 schrieb Grayson Shaffer, Redakteur bei der Zeitschrift „Outside“, in einem Meinungsstück für die „Washington Post“: „Der Gipfel ist zu einer Fäkalien-Zeitbombe geworden und das Chaos rutscht stetig weiter zurück Richtung Basislager.“ Wird nichts unternommen, könnte der gesamte Berg bald von gefrorenem Kot überlagert sein.

Aus Kot Biogas machen

Garry Porter, ein Ingenieur im Ruhestand, der den Mount Everest auch selber schon bestiegen hat, will das verhindern. Gegenüber der „Washington Post“ sagte er, er fühle sich dafür verantwortlich: „Ich bin ein Bergsteiger und ich kann nicht davonlaufen und behaupten, meine Scheiße würde nicht stinken.“ Gemeinsam mit Dan Mazur rief er deshalb das Mount Everest Biogas Project ins Leben: Mithilfe eines Biogas-Fermenters sollen die Exkremente in Dünger und Methan umgewandelt werden – ein Biogas, mit dem beispielsweise Öfen und Herde betrieben werden können. Der Mount Everest gehöre ihm nicht, sagt Porter. Deshalb wolle er ihn auf diese Weise so sauber hinterlassen, wie er ihn vorgefunden habe.

Das Video ist zwar aus dem Jahr 2016, das Projekt läuft aber nach wie vor. Zur Zeit sammeln die Initiatoren Spendengelder, um so bald wie möglich mit dem Bau der Biogasanlage beginnen zu können.


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