Überlastung: Vier Anzeichen, die dich nachdenklich machen sollten

Psychische Gesundheit ist ein Thema, das in der heutigen Gesellschaft immer mehr Aufmerksamkeit erlangt. Das ist gut. Eine Anfrage der Linksfraktion an das Arbeitsministerium hat nun zu dem erschreckenden Ergebnis geführt, dass sich die Anzahl der Fehltage aufgrund von psychischen Problemen in Deutschland seit 2007 verdoppelt hat. Konkret: Zwischen 2007 und 2017 stieg die Zahl der Krankentage von 48 Millionen auf 107 Millionen im Jahr 2017.

Das sind alarmierende Zahlen. Klar ist: Auch wir kennen in unseren Bekanntenkreisen Menschen, denen es schwerfällt, Arbeit und Karriere auch mal beiseite zu legen. Highperformance hin oder her – jeder sollte sich Auszeiten gönnen. Nur wann merkt man, dass man es übertreibt? Was sind Anzeichen, die einem signalisieren: Unsere Leidenschaft für unseren Beruf wird zum Problem?

Hier kommen vier *Punkte, die einen nachdenklich machen sollten.

Schlafstörungen

Ein guter Schlaf ist lebenswichtig. In der Nacht regeneriert sich der Körper von den Anstrengungen des Tages. Was aber, wenn selbst bei großer Müdigkeit und Sehnsucht nach Erholung, keine Ruhe einkehren will? Schlafstörungen sind erste Anzeichen, dass etwas nicht stimmt. Ebenso das Gefühl, es morgens nicht aus dem Bett zu schaffen, und mit Grauen an den bevorstehenden Tag zu denken. Hält so ein Zustand über Wochen – gar Monate – jede Nacht an, dann sollte man sich professionelle Hilfe suchen. Der Gang zum Therapeuten, manche sagen: zum Life Coach, sollte heute kein Tabu mehr sein.

Ausgelaugt

Dauerhaft erschöpft, ausgelaugt und trotzdem ruhelos. Selbst bei eingehaltenen Pausen hat der Körper einfach keine Energie mehr, fühlt sich kraftlos und leer. Die Konzentration lässt nach und das Durchhaltevermögen verändert sich. Wenn solche Symptome im Zusammenhang mit einer längerfristigen gestressten Arbeitssituation einhergehen, dann sollte man nicht versuchen, dagegen zu arbeiten, sondern darüber nachdenken, kürzer zu treten. Ratsam ist hierbei: Sucht das Gespräch mit euren Vorgesetzten, schildert ihnen eure Situation. Führungskräfte, die etwas von Führung verstehen, reagieren in der Regel verständnisvoll und geben einem die Möglichkeit zu regenerieren.

Körperliche Beschwerden

Überlastung zeigt irgendwann auch körperliche Konsequenzen. Bei dem Gedanken an die Arbeit verkrampft sich dein Magen? Du bekommst Schweißausbrüche, dir wird übel oder du glaubst, keine Luft mehr zu bekommen? Das alles können Anzeichen dafür sein, dass dein Körper (und Geist) ausgelaugt sind. Auch vermehrte Kopf- und Rückenschmerzen können erste Hinweise für eine aufkommende psychische Erkrankung sein. Wichtig ist hierbei den Kontext zu betrachten und nicht sofort in Panik zu verfallen. Häufig kommen die Beschwerden nämlich von Verspannungen, zu wenig Flüssigkeit oder einer falschen Haltung. Wenn sich allerdings körperliche Auslöser ausschließen lassen, dann kann auch die Psyche der Grund sein.

Freudlosigkeit

Das Resultat aller Anzeichen endet meist in anhaltender Freudlosigkeit. „Nichts macht mehr Spaß, alles ist anstrengend“. Hat man sich früher noch über Erfolge im Beruf gefreut, registriert man diese Etappensiege nur noch mit Schulterzucken. Eine allgemeine Gleichgültigkeit macht sich breit. Gleiches kann für das Private gelten: Früher gern ausgeübte Hobbys verschwinden im Hintergrund, man lässt sich dauerhaft hängen, soziale Kontakte gehen den Bach runter. Aber gerade zwischenmenschliche Beziehungen sind für das eigene Befinden wichtig. Mit Freunden über die Arbeit reden, über Probleme jeglicher Art, hilft uns, gewisse Dinge zu reflektieren und sie in einem anderen Licht zu sehen.


*Natürlich gibt es noch viele andere Anzeichen für eine ungesunde, gefährliche Entwicklung. Psychische Probleme sind vielfältig und individuell. Sicher ist: Man sollte sie ernst nehmen und daher die Hilfe von Ärzten aufsuchen. Ansprechpartner hierfür sind etwa der eigene Hausarzt oder die Krankenkassen. Auf der Website psych-info.de können Betroffene direkten Kontakt zu Psychotherapeuten aufnehmen. 


Kati Dirscherl

Kati studiert einen Mix aus Wirtschaft und Kommunikation und wusste eigentlich schon immer, dass es sie in die Journalismusrichtung treibt. Wenn sie sich nicht gerade im Schreibflow befindet oder als Meme-Meister fungiert, verbringt sie ihre Freizeit gern mit langen Spaziergängen, philosophischen Themen und absurden Dokumentationen über alle möglichen Kuriositäten dieser Welt.

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