Dieses Startup hat einen Teelöffel mit Kompostfunktion kreiert

Bewusst, nachhaltig und ökologisch wertvoll leben – das wird in unserer Gesellschaft immer wichtiger und bei vielen Unternehmen finden gerade deshalb ein Umdenken statt. Das Gute daran: Es führt dazu, dass der Markt aktuell mit außergewöhnlichen Innovationen brilliert, die zahlreiche ökologische Probleme lösen sollen.

Eines dieser Unternehmen ist Sprout mit Sitz in Dänemark, das 2013 mit einem pflanzbaren Bleistift erfolgreich wurde. Ein Produkt hat ihnen anscheinend aber nicht gereicht. Nun bringen sie ein weiteres in den Umlauf: Den Sprout Spoon – ein Teelöffel, der sich einfach im Biomüll entsorgen lässt und damit zu 100 Prozent nachhaltig ist.

© Sprout

Wir haben mit dem Gründer von Sprout, Michael Stausholm, über die Entstehung des Sprout Spoons gesprochen.

1. Woher genau kam die Idee für den Sprout Spoon?

Der Sprout Spoon wurde vom deutschen Ingenieur Jochen Gabler erfunden. Er selbst ist leidenschaftlicher Teetrinker und kauft jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit Tee (mit Zucker). Da kam natürlich irgendwann die Frage auf, ob es denn möglich sei, Tee und Löffel in einem zu erschaffen, um den umweltschädlichen Plastiklöffel zu sparen. Damit war die Idee für den Sprout Spoon geboren.
Vor einem Jahr hat Gabler mich dann kontaktiert, weil ihm meine Firma Sprout gefiel. Er war beeindruckt davon, wie schnell und groß wir in nur fünf Jahren geworden sind und ihn überzeugten unsere pflanzbaren Stifte. Außerdem teilen wir eine Mission: Gegen Kunststoff ankämpfen und Menschen überall auf der Welt zu umweltfreundlichen Maßnahmen inspirieren.

Jochen Gabler und Michael Stausholm/ © Sprout

2. Wie lange hat der Entwicklungs- und Gestaltungsprozess gedauert?

Von der Idee bis zur Markteinführung vergingen etwa fünf Jahre. Gabler stand mit 700 potenziellen Lieferanten in Kontakt, um die richtige Kombination von Materialien für den Löffel und die richtige Mischung von lebensmittelechten Komponenten zu finden. Der Spoon sollte nicht nur biologisch abbaubar, faltbar und personalisierbar sein, sondern auch kochendem Wasser standhalten können, ohne aufzuweichen. Kunststoff ist nicht einfach zu ersetzen. Das Gute ist außerdem, dass das Material unseres Spoons so funktioniert, dass es auch für andere Zwecke wie beispielsweise bei Lebensmittelverpackungen verwendet werden kann.

© Sprout

3. Was ist Ihre Einschätzung zur künftigen Entwicklung nachhaltiger Alltagsprodukte? Nur Trend oder langfristige Veränderung?

Sprout versucht, die Menschen und Unternehmen zu inspirieren, kleine umweltfreundliche Schritte zu gehen. Wir wollen nicht mit dem Finger auf jemanden zeigen oder ermahnen, sondern einfach mit positiven Beispielen begeistern. Ich glaube, dass nachhaltige Produkte Bestand haben werden. Wir sind gezwungen, umweltfreundliche Alternativen herzustellen, zu kaufen und zu nutzen, wenn wir wollen, dass dieser Planet länger hält, ohne in Plastik zu versinken.

4. Im Moment versuchen alle großen Unternehmen, auf der grünen Welle mitzureiten. Wie stechen Sie da hervor?

Seit 2013 arbeiten wir kontinuierlich daran, Menschen mit unseren pflanzbaren Bleistiften zu inspirieren. Wir verkaufen sie heute in über 80 Länder, und die Nachfrage steigt von Tag zu Tag. Sprout produziert und verkauft nur originelle und patentierte Produkte. Sie enthalten keine Plastik- oder andere Giftstoffe und werden nicht in Asien, sondern Europa und den USA unter ethisch einwandfreien Arbeitsbedingungen hergestellt. Wir haben uns als kein vorübergehender Trend erwiesen und viele wiederkehrende Kunden, die erneut Aufträge bei uns platzieren.


Kati Dirscherl

Kati studiert einen Mix aus Wirtschaft und Kommunikation und wusste eigentlich schon immer, dass es sie in die Journalismusrichtung treibt. Wenn sie sich nicht gerade im Schreibflow befindet oder als Meme-Meister fungiert, verbringt sie ihre Freizeit gern mit langen Spaziergängen, philosophischen Themen und absurden Dokumentationen über alle möglichen Kuriositäten dieser Welt.

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