Diese Unternehmen promoten klimabewusste Dienstreisen

Von Düsseldorf nach München, von München nach Hamburg, von Hamburg nach Wien: Fliegen spart Zeit und mittlerweile leider auch Geld. Das ist schlecht für die Ökobilanz und hat damit krasse Auswirkungen auf die Umwelt. Aber der Verzicht darauf ist nicht nur ein individuelles Problem: Wer für den eigenen Job viel unterwegs ist, weiß, dass das Flugzeug manchmal einfach ein bisschen bequemer ist als die zehnstündige Zugfahrt.

Dabei gibt es ein paar recht einfache Methoden, wie Unternehmen klimabewusste Reisen promoten können: auf Carsharing statt auf einen eigenen Firmenwagen setzen – und zwar in der eigenen wie auch jeder fremden Stadt –, lieber mal den Zug nehmen und ein paar Stunden mehr investieren, anstatt auf den Billigflug zu setzen. Wir haben drei Unternehmen gefragt, inwiefern sie sich bewusst mit klimafairen Dienstreisen auseinandersetzen.

Annette Wagner, Leiterin des Teams Nachhaltigkeit und Ideenlabor bei Bosch:

© Privat

„Bosch wird im nächsten Jahr, also 2020, schon CO2-neutral sein. Denn: Wir alle tragen Verantwortung. In punkto Flugreisen gibt es bei Bosch ebenfalls ab 2020 eine wesentliche Änderung. Die Flüge aller Bosch-Mitarbeiter werden ab Januar 2020 neutral gestellt. Hier werden wir in entsprechende Kompensationsleistungen investieren. Flugreisen werden sich damit also für uns im Vergleich zu CO2-freundlicheren Reisealternativen verteuern. Das nehmen wir gerne in den Kauf. Viel wichtiger aber: Diese Veränderung wird auch eine nachhaltige Bewusstseinsschärfung bei allen Mitarbeitern mit sich bringen.“

Christiane Scharnagl, Sustainability Managerin bei Ikea:

IKEA Deutschland/André Grohe
© IKEA Deutschland/André Grohe

„Klimabewusste Mobilität ist ein großes Thema bei uns. Wir denken in die Zukunft und darüber nach, wie wir unsere Geschäftsreisen nachhaltiger gestalten. Es muss immer damit anfangen, zu reflektieren: Muss ich mich wirklich physisch bewegen oder gibt es Alternativen – Skype, Videokonferenz, Telefon …? Hier sind wir immer mehr in digitalen Welten unterwegs. Und dann ist es nicht nur eine Mobilitätsfrage, sondern auch eine Verhaltensveränderung, zu erkennen, welche Vorteile eine Bahnreise gegenüber eines Fluges hat: ruhiges Arbeiten im Abteil versus Boarding Room mit Dauerbeschallung. Damit haben wir eine doppelte Gewinnerseite: zum einen das Wohlbefinden der Kollegen, und zum anderen das Klima.“

Nicola Büsse, Co-Founderin von Mobiko:

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„Mit dem Führerschein kam natürlich mein erstes Auto – damals undenkbar, auf den eigenen fahrbaren Untersatz zu verzichten. Selbst in der Verkehrschaosstadt Stuttgart konnte ich mich noch nicht davon trennen. Als es für mich dann aber beruflich wieder in die Heimatstadt München zurückging, war eines der ersten Dinge, den Leasingwagen loszuwerden. Es gibt hier einfach so viele Mobilitätslösungen, die für jeden Use Case eine perfekte Alternative zum eigenen Auto darstellen. Das war auch einer der Ansatzpunkte für Mobiko: dem Mitarbeiter ermöglichen, auf sein eigenes Auto zu verzichten, indem man ihm per Mobilitätsbudget selbst entscheiden lässt, wie er in die Arbeit kommt oder sich im Privaten fortbewegen möchte. Seitdem nutze ich regelmäßig den ÖPNV, mein eigenes Fahrrad, Scooter- oder Carsharing.“

Habt ihr auch gute Lösungen gefunden, Dienstreisen oder den eigenen Arbeitsweg klimabewusster zu gestalten – als Arbeitgeber*in oder Arbeitnehmer*in? Dann schreibt uns.


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