Dopamin-Fasten: Was ist dran an dem neuen Trend aus dem Silicon Valley?

Das Silicon Valley wird wohl nie aufhören, uns mit neuen, teilweise verrückten Trends zu schockieren. Auch dieses Mal machen die Tech-Nerds etwas ganz ausgefallenes, um noch produktiver, noch effizienter und besser auf ihrer Arbeit zu performen: Sie entziehen sich jeglichen Reizen, weil sich ihr Gehirn so angeblich besser konzentrieren kann. Kein Reden, Urlaub oder Sex seien erlaubt, da diese Aktivitäten das Gehirn überreizen und zu Lasten der Produktivität fielen.

Klingt ein bisschen bizarr, oder? Damit ihr jetzt nicht gleich übermütig werdet und bei dem Trend sofort mitmacht, haben wir mit Dr. Cameron Sepah gesprochen. Er ist Professor für Psychiatrie an der University of California in San Francisco und Experte in dem Gebiet der kognitiven Verhaltenstherapie, zu der auch das Dopamin-Fasten zählt. Für uns erklärt er, wie man Dopamin-Fasten 2.0, wie er es nennt, achtsam und gesund praktizieren kann, ohne gleich auf gefühlt alles Schöne im Leben zu verzichten.

Dr. Sepah, was ist eigentlich Dopamin-Fasten 2.0?

Dopamin-Fasten 2.0 ist eine auf Fakten basierte Technik, die Menschen dabei hilft, ihre Süchte und Impulse zu kontrollieren. Es gibt hierbei zwei Techniken aus der kognitiven Verhaltenstherapie, die sich in der klinischen Praxis bewährt haben. 

Wie sehen diese Techniken aus?

Die erste Technik ist die Reizkontrolle. Den Betroffenen wird empfohlen, für eine bestimmte Zeitperiode jene Verhaltensweisen zu „fasten”, die problematisch für sie sind, beispielsweise Social-Media-Konsum. Ein bis vier Stunden pro Nacht, einen Tag am Wochenende, ein Wochenende vierteljährlich oder eine Woche im Jahr. 

Worauf sollte man denn dabei achten?

Wichtig ist, dass man sich geplante Zeiten vornimmt, zum Beispiel 5-15 Minuten nach jeder Mahlzeit, um eine Übernutzung zu vermeiden. Die zweite Technik ist eine Gewohnheits-Umkehr-Training. Dabei soll beobachtet werden, wie Dränge entstehen und wieder abnehmen – ohne sich darauf einzulassen. Dadurch wird das impulsive Verhalten mit der Zeit geschwächt. 

Für viele Angestellt*innen ist oftmals nur ein halber Arbeitstag mit Produktivität gefüllt […].

 Kann Dopamin-Fasten dabei helfen, motivierter auf der Arbeit zu sein? Wenn ja, wie?

Es wird enorm viel Zeit auf der Arbeit verschwendet. Für viele Angestellt*innen ist oftmals nur ein halber Arbeitstag mit Produktivität gefüllt, der sich zeigen lässt. Ein Grund dafür ist die unglaubliche Menge an Ablenkungen. Insbesondere durch Smartphones und Computer, die geläufig und notwendig für die Arbeit sind. Dopamin-Fasting 2.0 hilft Menschen dabei, ihre Impulse zu kontrollieren, sodass sie sich nicht mehr leicht ablenken lassen und auch nicht in Versuchung geraten. Das schafft dann wiederum mehr Zeit, um Produktivität zu fördern. 

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