Dopamin-Fasten: Was ist dran an dem neuen Trend aus dem Silicon Valley?

Die Grenze zwischen Privatleben und Arbeit vermischt sich immer mehr. Wie kann man da genau zum Beispiel auf Smartphones verzichten, während man sie gleichzeitig auf der Arbeit benutzt? 

Das ist tatsächlich der Anschluss für Dopamin-Fasting 2.0. Expert*innen für Internetsucht haben festgestellt, dass es für die meisten Menschen nicht praktisch ist, wenn sie völlig auf das Internet verzichten. 

Gibt es denn da eine Lösung?

Es gibt Wege, wie man das lösen kann: Man kann das Smartphone für die tatsächliche Arbeit nutzen, während man auf den problematischen Gebrauch verzichtet. Zum Beispiel durch Social-Media-Fasting während der Arbeitsstunden, oder sogar durch Website-Blocker, die einem bei der Reizkontrolle helfen. 

Dr. Cameron Sepah
Professor für Psychiatrie an der University of California.
Copyright: Cameron Sepah

Ist bewiesen, dass Dopamin-Fasten die Produktivität steigert? Wenn ja, wie ist das möglich? 

Das Hauptziel von Dopamin-Fasting 2.0 ist es, die Flexibilität und die Kontrolle über kritische Verhaltensweisen zu verbessern und somit weniger Zeit an ihnen zu verschwenden. Logischerweise macht das Platz frei für produktivere Arbeit. Es gibt auftauchende Beweise, die diese Idee unterstützen: Eine Studie hat gezeigt, dass College-Student*innen, die für eine Woche Facebook gefastet haben, 13.3 Stunden ihrer Zeit wiedergewinnen konnten.  Diese Zeit reinvestierten sie dann in gesünderen Aktivitäten. 

Ein altes Zen-Sprichwort sagt, dass man eine Tasse, die schon voll ist, nicht weiter befüllen kann. Also leert eure Tasse als erstes.

Ob im Office oder irgendwo anders: Jeder versucht, die beste Version seiner Selbst zu sein. Wie kann der Entzug von bestimmten Verhaltensweisen den Drang nach Selbstoptimierung beeinflussen? 

Viele Menschen beschweren sich darüber, dass sie nie genug Zeit haben, um alles zu tun, was sie wollen. Besonders beim Thema Gesundheit. Ein Grund ist das problematische Handeln, welches uns eben nicht besser, größer und zufriedener macht. Außerdem können insbesondere Sucht erregendes Handeln, wie Spiel- und Kaufsucht, riskanter Sex oder Drogenmissbrauch zu physischen, sozialen und finanziellen Folgen führen. Somit ist der erste logische Schritt in Richtung Selbstoptimierung stets, diese Handlungen so gut es geht zu eliminieren, um uns den Raum für gesündere Alternativen zu erlauben. Ein altes Zen-Sprichwort sagt, dass man eine Tasse, die schon voll ist, nicht weiter befüllen kann. Also leert eure Tasse als erstes.


Simay Kocakaya

Simay studiert Medienmanagement und ist unsere Komma-Queen. Auch außerhalb des Journalismus liebt sie das Schreiben und verfasst bei einem guten Rotwein auch mal das ein oder andere Gedicht. Ansonsten hasst sie Koriander und nervt ihre Freunde ständig mit irgendwelchen Serien-Memes.

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