Ein Startup in Holland hat Kunstfleisch erfunden, das aus echtem Fleisch besteht

Meatable gibt sich alles andere als bescheiden. „It isn’t like meat, it is meat“, oder: „We’re pioneering the new natural.“ The new natural um das es hier geht ist – wie gesagt – Fleisch. Aber nicht solches, das von Tieren kommt, sondern welches, das im Labor hergestellt wird. „Wir leben im 21. Jahrhundert, wir haben die Technik“, sagt Krijn de Nood, einer der Gründer und CEO von Meatable. Nur, wer braucht das noch. Fleisch aus dem Labor gibt es ja spätestens seit Beyond Meat mehr als genug.

Im Gegensatz zu Beyond Meat fährt Meatable einen anderen Ansatz. Die Holländer stellen das Fleisch nicht aus pflanzlichen Zellen her, denen sie irgenwelche Proteine hinzufügen, sie bauen auch keine Muskeln nach und sie – das sagen sie jedenfalls – produzieren hier auch keine Fake Meat. Was also sonst?

Meatable produziert richtiges Fleisch, wie es auch von Kühen, Schweinen oder Hühnern kommt. Nur, dass es eben nicht von lebenden Tieren kommt, sondern aus dem Labor; gezüchtet also. „Wir nehmen uns ein paar Millionen Zellen von Tieren und lassen sie sich teilen“, sagt de Nood. Reproduktion der Zellreproduktion. Alles rein künstlich. Das klingt nach reichlich SciFi und im Vergleich zu den pflanzlichen Fleisch-Varianten eher unappetitlich. Das sehen sie bei Meatable naturgemäß anders.

Keine Medikamente, keine gefällten Bäume, reduzierter Wasserverbrauch und keine geschlachteten Tiere. Das ist das Versprechen von Meatable. (Foto: Screenshot via meatable.com)

„Wir glauben, dass die Leute weiter Fleisch essen wollen“, sagt de Nood. In vielen Ländern gehöre das einfach zur Kultur. Und doch stellen immer mehr Leute ihren Fleischkonsum infrage, weil er nicht nachhaltig ist. Milliarden Tiere werden vor dem Schlachten unter unzumutbaren Bedingungen gehalten; um das Futter anzubauen, werden Millionen Hektar Land benötigt; Wasser wird verbraucht; die Tiere atmen CO2 aus oder sie pupsen Methan in die Athmosphäre; was die Landmaschinen an Öl verbrennen, kommt noch erschwerend hinzu.

Fleischproduktion belastet die Umwelt

Die Liste der Dinge, die an der Fleischproduktion schädlich sind, lässt sich weiterführen. Wie viel umweltfreundlicher das neue Fleisch ist, bewirbt Meatable auf seiner Seite. In ihrem Produkt finden sich keine Antibiotika und es wird eben kein Land mehr verbraucht, also auch keine Bäume mehr gefällt. Jede*r Fleischesser*in sei bisher für den Tod von rund 1000 Tieren verantwortlich – die Zahl ließe sich durch Meatable auf null reduzieren.

„Unser Fleisch wird die Umwelt um 90 Prozent weniger belasten als herkömmliches“, sagt de Nood. Allerdings wird es noch ein bisschen dauern, bis wir es alle auf dem Teller haben können. „Ich selbst habe bisher nur ein kleines Stück essen können.“ In diesem Jahr wird Meatable den ersten Prototypen seines Fleischs präsentieren, 2025 soll das Kunst-Fleisch, von dem die Hersteller sagen, dass es kein Kunst-Fleisch ist, in die Läden kommen.

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