„Je alltagstauglicher ein Produkt wird, desto gesellschaftsfähiger wird ein Tabuthema“

Vom Design bis zur Materialauswahl: Hast du das Produkt komplett selbst entwickelt?

Der erste Prototyp hat über neun Monate gedauert. Insgesamt entwickelten wir über acht Prototypen. Den Designprozess und die Materialauswahl habe ich, und mache ich gemeinsam mit meiner Produktionsagentur Good Garment Collective aus Berlin. Shoutout an diese wundervollen Menschen.

Welche Schwierigkeiten gab es im Prozess vom Prototypen bis zur fertigen Femitale?

Unser Ziel war es, die Loungewear so simple wie möglich zu designen. Da sie aber ein Gewicht von 1,2 kg tragen musste, gestaltete sich dieser Part am schwierigsten. Wir wollten uns viele aufwendige Zwischenschritte in der Produktion sparen. Denn umso mehr Zwischenschritte in der Produktion, umso teurer wird ein Produkt.

Des weiteren war die Materialauswahl nicht ganz so einfach. Es eignet sich für das Gewicht von 1,2 kg nicht jedes Material, ich wollte aber ein natürliches und atmungsaktives. Schlussendlich fiel unsere Entscheidung dann auf GOTS zertifizierte Bio-Baumwolle und wir haben in der Femitale nur ganz wenig Elasthananteil.

Ihr habt euch durch Crowdfunding finanziert. Was sind die Vorteile, wenn man sein Startup anfangs dadurch finanziert statt durch Investor*innen?

Ich habe das Crowdfunding nicht nur dafür genutzt um mir die finanziellen Mittel ranzuschaffen, sondern auch um die Nachfrage abzuchecken. Denn wenn ein Produkt schon beim Crowdfunding nicht gut ankommt, wird es auch später kaum jemand kaufen.

Für mich hatte es aber auch noch den Vorteil, jede Entscheidung selbst und in meiner Geschwindigkeit treffen zu können. Ich hatte dadurch die Möglichkeit, langsam und sicher Unternehmerluft schnuppern zu können, ohne den Druck von Investor*innen.

In diesem Zusammenhang auch: Wie wichtig ist für euch Social Media?

Social Media ist aktuell unser Hauptverkaufskanal. Sowohl das Crowdfunding mit über 35.400 Euro als erreichtes Ziel, als auch unser 2. Pre-Sale von unserem neuen Produkten lief nur organisch über Instagram.

Was hast du als Gründerin im letzten Jahr über das Gründen im Femcare-Bereich gelernt?

Eines fiel mir besonders stark auf: der enorme Zusammenhalt zwischen Gründerinnen. Hier gibt es keine Ellbogen, keinen Neid oder sonstiges. Wir Frauen helfen uns untereinander, unterstützen, geben Tipps, supporten und inspirieren uns untereinander.

Wie würdest du die Femitale kombinieren, dass sie auch problemlos als Business-Outfit fürs Büro getragen werden kann?

Ich würde die schwarze Femitale – unsere Femitale Rose – wählen. Eine lässige oversized Bluse und entweder noch mit Blazer oder nicht.

Welche weiteren Produkte sind in Planung?

Als zweites Produkt haben wir im Juni einen Wärmeschal gelauncht. Wir wollten für den Sommer etwas genauso Heißes – aber mit etwas weniger Stoff.

Außerdem haben wir schon viele weitere Produkte im Kopf, wie zum Beispiel einen gemütlichen Hoodie, ein überarbeitetes Modell unserer Femitale Loungwear inklusive weiterer Größen. Gemütliche und schöne Unterwäsche, die deine Haut vor der Wärmflasche schützt und vieles mehr.


Nicole Plich

Nicole studiert den Klassiker „Irgendwas mit Medien” und hat noch den idealistischen Anspruch mit Wörtern die Welt zu bewegen. Wenn sie im Internet mal nicht nach lustigen Donald Trump-Memes sucht oder Fantheorien zu Game of Thrones liest, interessiert sie sich für Popkultur, Wirtschaft und was im Bundestag so vor sich geht.

Zum Autor

Das können wir Dir auch empfehlen

placeholder
placeholder
placeholder