Innovation & Future Neue Software kann Bilder manipulieren, wie du es ihr sagst

Neue Software kann Bilder manipulieren, wie du es ihr sagst

Manche URLs sagen die Wahrheit. Dazu gehört zum Beispiel thispersondoesnotexist.com. Wenn man die Seite aufruft, sieht man das Foto einer Person, die es gar nicht gibt. Halt, nein, ein Foto ist es gar nicht, denn wie soll man eine nicht-existente Person fotografieren? Bevor es zu philosophisch wird: Die Bilddateien werden von sogenannten GANs erzeugt. Die Abkürzung steht für „Generative Adversarial Networks“, also wettstreitetende Netzwerke, die Content erstellen können.

Auch diese Person existiert nicht. © StyleGAN2 (Dec 2019) – Karras et al. and Nvidia

Einfach erklärt sind das zwei Algorithmen, die sich gegenseitig in einer Art Wettbewerb immer besser machen. Eine dieser Aufgaben kann zum Beispiel darin besthehen, immer realistischer aussehende Fake-Fotos zu generieren. Forscher:innen aus Israel ist nun ein weiterer Schritt gelungen. Ihr GAN versteht Befehle in „natürlicher Sprache“, also so wie wir sie auch einem Menschen schreiben würden. So kann man ihn mit der Eingabe „curly hair“ dazu bringen, dass er ein Foto von Taylor Swift mit einer Lockenfrisur versieht.

Für dieselbe Aufgabe würden menschliche Photoshop-Artists deutlich länger brauchen. Natürliche Sprache zu verstehen, das gilt bis heute als eine große Aufgabe für Künstliche Intelligenz. Siri oder Google Assistant sind zwar viel besser geworden als etwa frühe Diktierprogramme, aber bei komplexeren Anfragen ist oft zu hören „Das habe ich leider nicht verstanden.“

400 Millionen Fotos als Training

Die Gruppe aus Israel hat die Bild-Generatoren jetzt mit Sprach-Algorithmen verbunden. Wie das funktioniert erläutern sie in einem wissenschaftlichen Aufsatz, der hier zu lesen ist. Das Modell wurde mit mehr als 400 Millionen Fotos aus dem Internet trainiert. Nach Aussage der Autoren eröffnet es ganz neue Möglichkeiten, Fotos intuitiv manipulieren zu können.

Denn wo Designer:innen sonst lange mit den Effekten, Filtern oder Werkzeugen eines Programms arbeiten müssen, können sie mit dieser Anwendung fast so kommunizieren wie mit Menschen. Es braucht demnach kein komplexes Bearbeiten mit Copy and Paste, um eine weiblich aussehende Version von Boris Johnson zu erstellen. Man gibt dem Programm einfach den Befehl „female face“.

Die Technologie und verwandte KI kann freilich auch für verwerfliche Zwecke eingesetzt werden. Aber das lassen wir Adele in diesem New York Times-Video erklären:

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