Life & Style Livebuy will mit Video-Partys Online-Shopping in die Gegenwart holen

Livebuy will mit Video-Partys Online-Shopping in die Gegenwart holen

Online-Live-Shopping-Events sind der nächste riesige Retail-Hype. Und die schlauen Berliner von Livebuy bauen die richtige Plattform für große Kund:innen – wie funktioniert das?

Neulich waren mal wieder jede Menge Menschen gemeinsam mit Miranda Kerr einkaufen. Das Model befand sich dabei allerdings in einer etwas ungewohnten Rolle – nicht sie zückte am Ende die schwarze Kreditkarte, sondern sie sorgte dafür, dass die Douglas-Kund:innen vor dem Browserfenster fleißig Produkte in die Warenkörbe legten. Die Kund:innen saßen in Deutschland und sahen über den Onlineshop von Douglas zu. Kerr hingegen befand sich am anderen Ende der Welt, in Australien. Sie nutzte für die Show auf ihrem Smartphone die Creator App des Berliner Startups Livebuy. „Das ist quasi das TV-Studio geworden“, sagt Gründer Alex von Harsdorf. „Telefon, Tripod, wer es etwas professioneller will, besorgt sich noch ein Ringlicht.“

©Livebuy

Dieses Set-up, das seit Jahren für Youtuber:innen und Influencer:innen Standardausrüstung ist, entdeckt nun auch der Onlinehandel als beste Möglichkeit, einer E-Commerce-affineren Welt neue Produkte anzudrehen. Während in Asien, allen voran in China, Social- und Live-Shopping über Plattformen wie Taobao Menschen zu Stunden dauernden Events zusammenbringen, hat hier erst die Pandemie die Verantwortlichen dazu gezwungen, neue Kanäle zu erschließen – und die ersten Monate mit dem Produkt von Livebuy, sagt von Harsdorf, hätten gezeigt, welche enorme Nachfrage auf allen Seiten des Marktes herrschen würde.

Auf einem Online-Shop entsteht keine Party

Eigentlich arbeiteten er und sein Ende 2019 noch recht kleines Team an einer Social-Commerce-Idee, die drohte, nicht so richtig zu fliegen. Nutzer:innen sollten zusammenkommen und gemeinsam auf bestehenden Onlineshops einkaufen, allerdings war das Problem, dass die Oberflächen der meisten Händler:innen sich nicht zum Verweilen anboten: „Wir haben bei den Kund:innen nicht für genug Begeisterung gesorgt“, sagt von Harsdorf. „Wir haben uns gefragt, woran das liegt? Wir hatten gedacht, wir brauchen den Multiplayer-Modus fürs Shopping, aber das eigentliche Problem ist, dass die Shops selbst total langweilig sind.“ Scheint im Rückspiegel einleuchtend: Ein Onlineshop, der text- und bildbasiert ist, wird nicht spannender, wenn man mit Freund:innen auf diesen Seiten unterwegs ist. „Das wird einfach keine Party“, sagt von Harsdorf.

Doch das Team verfolgte schon seit Jahren sehr genau, was in Asien vor sich ging, wie dort Handel umgesetzt und zelebriert wird. Man stellte sich die einfachste und wichtigste Frage: „Warum gibt es so etwas bei uns noch nicht?“, sagt von Harsdorf, und wenn er es jetzt erzählt, klingt er immer noch leicht ungläubig, dass ihm da so eine Chance fast vor die Füße gefallen ist. Sie sahen, wie in den ersten Monaten des Lockdowns Menschen in Instagram-Live-Videos ungelenk Produkte in die Kameras hielten, „quasi mit Händen und Füßen“, erinnert sich von Harsdorf. Dazu noch ein schlecht platzierter Paypal-Link, fertig war das nicht gerade begeisternde Erlebnis. „Da wurde uns bewusst, dass es etwas viel Besseres geben müsste“, sagt der Livebuy-Gründer. „Wir haben uns entschieden, die Software dazu von Grund auf neu zu entwickeln.“

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