Innovation & Future Digitale Räume: Wie kulturelle Events ins Internet verlagert werden

Digitale Räume: Wie kulturelle Events ins Internet verlagert werden

Virtueller Showroom statt Powerpoint-Präsentation

Insbesondere seit Ausbruch der Corona-Pandemie sei die Nachfrage nach allen Arten von digitalen und hybriden Formaten gestiegen. „Die Anfragen reichen von remote Vertriebspräsentationen, über digitale Messen bis zu virtuellen Führungen.“ Wie vielseitig die Möglichkeiten sind, wird einem erst klar, wenn man das Angebot von Garamantis mal genauer betrachtet: Garamantis möchte das technisch Machbare maximal ausreizen. Messen und Events stellen sich die Gründer grundsätzlich hybrid vor. So könnten es zum Beispiel digital Teilnehmenden ermöglichen, sich per Telepräsenz-Screens oder sogar per Telepräsenz-Roboter beim physischen Event dazu zuschalten, um eine „transparente Kommunikation zwischen dem Vor-Ort-Event und der Online-Repräsentation“ zu ermöglichen.

Abgesehen von der Transformation von Veranstaltungen, sieht das Team aber besonders bei Remote-Präsentationen in Unternehmen noch große Potenziale. Beispielsweise könnten Vorträge von Unternehmensinhalten im Video-Gespräch viel beeindruckender und spielerischer präsentiert werden, berichtet Andreas Köster: „Wo momentan noch das Webcam-Bild und der geteilte Desktop mit Powerpoint-Präsentation der Status Quo sind, lassen wir stattdessen die Teilnehmer:innen einen virtuellen Showroom betreten. Der Präsentator wird live gefilmt und geschnitten und ist dann Teil der 3D-Umgebung des Unternehmens, beispielsweise einer Produktionsanlage“. Das funktioniere auch unabhängig vom Endgerät der Teilnehmer:innen.

Quelle Garamantis

Digitale Auszeichnung der Kultur- und Kreativpiloten 2020

Auch für die Auszeichnung der Kultur- und Kreativpiloten 2020 musste in Pandemie-Zeiten ein adäquater Raum gefunden werden. Seit jeher ist die Auszeichnungsveranstaltung ein feierliches Event mit hunderten von Gästen aus Presse, Politik und Wirtschaft, Laudatien, Impulsvorträgen und Paneldiskussionen. Anschließend präsentieren die Titelträger:innen ihre Unternehmen an Messeständen und es bleibt Zeit zum Netzwerken und um sich die Projekte und Ideen der Titelträger:innen anzusehen.

Was in den letzten Jahren in namhaften Berliner Locations stattfand, musste dieses Jahr also in den virtuellen Raum verlegt werden. So wurden die Titelträger:innen erstmals per Livestream ausgezeichnet. Anstatt der Präsentation an den Messeständen, hat sich das Organisationsteam für die Ausstellung der Titelträger:innen in diesem Jahr ebenfalls etwas Neues ausgedacht: eine Ausstellung auf dem virtuellen Gelände des Flughafens Berlin-Tegel.

Als eines der ersten Projekte hatte die Auszeichnung die Ehre, die Nachnutzung der freiwerdenden Flächen mit innovativen Ideen zu füllen. In den virtuellen Räumen der Mozilla Hubs wurde das markante Sechseck-Terminal nachgebaut und jedes Unternehmen bekam einen Ausstellungsraum. Warum der altehrwürdige Flughafen Tegel der ideale Ort für den Abflug der Kreativpilot:innen ist, erklärt Dr. Philipp Bouteiller, Geschäftsführer der Tegel Projekt GmbH: „Berlin TXL steht für neues Denken, kollaborative Zusammenarbeit und Innovation. Branchengrenzen verschwimmen immer mehr und kreative Erneuerung entsteht am besten dort, wo Menschen unterschiedlicher Profession und mit offenem Mindset gemeinsam an Lösungen arbeiten. In Berlin TXL werden die Forschung, Entwicklung, Produktion und Anwendung neuer Technologien für die Stadt der Zukunft im Mittelpunkt stehen. Jeder kreative Kopf, der dies unterstützen kann, wird willkommen sein.“

Mit 3D-Objekten, kurzen Filmen und anschaulichen Galerien wurden die Unternehmungen der Kultur- und Kreativpiloten 2020 so auch von den heimischen Desktops aus erlebbar.  Per Avatar kann man von überall und jederzeit an der Ausstellung teilnehmen und mit den Avataren der anderen Besucher:innen ins Gespräch kommen. Auch Dr. Philipp Bouteiller findet die neuen Möglichkeiten des Austauschs und der Präsentation einer solchen digitalen Zwischennutzung besonders spannend. „Mit großer Flexibilität und dem Potenzial, Menschen ganz unabhängig ihres Aufenthaltsorts teilhaben zu lassen. Wir selbst nutzen digitale Formate für Veranstaltungen, aber auch für 3D-Simulationen – sowohl für unsere Planungen als auch künftig für den Vertrieb.“

Digitale Räume versprechen – auch nach der Pandemie – zu einer nicht mehr aus unserem gesellschaftlichen Bewegungsradius wegzudenkende Erweiterung für kulturelle und wirtschaftliche Repräsentationen und Diskurse zu werden. Wir sind gespannt wie es weitergeht und welche virtuellen Türen innovative Unternehmer:innen aus der Kultur- und Kreativwirtschaft in Zukunft noch öffnen werden.

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