Innovation & Future Lynk & Co: Eine neue Automarke gründen? Das wäre zu langweilig

Lynk & Co: Eine neue Automarke gründen? Das wäre zu langweilig

Große Aufgabe: Das schwedisch-chinesische Unternehmen Lynk & Co will das Mobilitätskonzept für Millennials sein. Wie funktioniert das?

Eigentlich hätte sich Alain Visser endlich mal einen ruhigen Abend verdient. Im Dezember dieses Jahres wird er das Jubiläum feiern, 35 Jahre in der Autoindustrie verbracht zu haben. Heute Abend hat es ihn in seine Heimatstadt Antwerpen verschlagen, beruflich. Das dürfte in den vergangenen Jahrzehnten nicht oft vorgekommen sein.

Und Antwerpen legt sich für den Sohn der Stadt richtig ins Zeug: Es ist ein glorioser Mittwoch im August. Die Sonne verschwindet flammend hinter der Schelde. Die Stadt selbst vibriert, Cafés und Bistros quillen über vor Menschen. Und Visser? Keine Zeit, keine Zeit für so etwas. Er hat seine eigene Party, auf der er im Mittelpunkt steht, in einem umgebauten Industriebau mitten in der City. Die Decken so hoch, dass die Architekt:innen eine Zwischenetage einbauen konnten, die sie auf einem Gerüst schweben lassen.

Dort fällt Visser in einen hängenden Sessel und trägt ein großes, zufriedenes Lächeln im Gesicht. Unter ihm die Einweihungsparty des jüngsten Clubs von Lynk & Co. Alle mit Getränken versorgt, der DJ legt auf, die Bar brummt, und die Gäste nehmen im leicht versteckten Fahrzeug mit dem Modellnamen „01“ probeweise Platz. Um das Auto geht es hier eigentlich – und dann doch wieder überhaupt nicht. Visser sagt: „Wir wollten kein besseres Auto bauen. Wir wollten bessere Mobilität anbieten.“

Foto: Rachel Ecclestone

Da ist das Mission-Statement des schwedisch-chinesischen Unternehmens Lynk & Co auch schon formuliert. Das alles – dieser Club nun auch in Antwerpen, das bewusste Lifestyle-Branding des Ladens – ist Ergebnis eines Überdrusses, den Visser vor ein paar Jahren verspürte. Er sah, dass sich andere Branchen enorm drehten und veränderten und tatsächlich auf Teufel komm raus innovativ waren. Er sagt, dass sich etwa das Smartphone in den letzten fünf Jahren mehr entwickelt hat als das Auto in den vergangenen 50 Jahren. Das gab ihm, der fast ein ganzes Berufsleben bei Ford, Opel und Volvo in höchsten Positionen verbracht hat, ein mulmiges Gefühl.

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