Innovation & Future Lynk & Co: Eine neue Automarke gründen? Das wäre zu langweilig

Lynk & Co: Eine neue Automarke gründen? Das wäre zu langweilig

Mit dieser Laune war er also in China bei Geely. Die Chef:innen dort fragten ihn mehrmals, ob das alles nicht wahnsinnig riskant sei: viel Geld investieren in eine Idee, die noch nicht bewiesen ist. Visser antwortete, dass das schon ein großes Risiko sei. Aber eben klein im Vergleich dazu, wieder einmal das zu tun, was auch alle andere machen – und zu hoffen, dass man es ein bisschen besser als die anderen hinbekommt.

Jedenfalls bekam Visser sein Projekt. Von seinen 4 000 Mitarbeiter:innen bei Volvo blieben ihm am nächsten Tag exakt null. Er hatte keine Möbel zur Verfügung, nicht einmal ein Büro. Er startete bei seiner Idee zu Lynk & Co zwar mit Geld und nicht gerade kleinen Erwartungen, aber eben auch ganz von Anfang an. Visser sagt: „Ich wollte nicht in Rente gehen und mein ganzes Leben nur Autos verkauft haben. Es ist das erste Mal in meiner Karriere, dass ich zu 100 Prozent hinter einer Idee stehe.“

Vergiss die Zylinder

Jetzt, sechs Jahre später, sitzt er eben im Antwerpener Club, in dem das Modell 01 fast schon versteckt präsentiert wird. Wenn man den Club betritt, muss man es suchen – viel präsenter sind gleich im Eingang Klamotten von hiesigen Indie-Designern, die ausgelegt sind. Vegane Kochbücher. Skateboards. Nachhaltig produziertes Essbesteck.

Die Autobranche macht sich hier ganz klein. Influencer sind zur Eröffnung gekommen, ein bunter Haufen Menschen, die man sich eigentlich nur schwer als Besitzende von Fahrzeugen vorstellen kann, es ist eher eine Crowd, die es gewohnt ist, irgendwie von der Location A zum nächsten Event B transportiert zu werden.

Ausgerechnet die hat Visser als Kundschaft der Zukunft für Lynk & Co ausgemacht. Er weiß, dass er Millennials nicht mehr mit Motorleistung oder Zylindern kommen muss. Das ist vorbei. Eher mit Hürdenlosigkeit. Also ein Abomodell für das Auto, 500 Euro im Monat, jederzeit kündbar.

Nicht gerade wenig, aber wer sich die Mühe macht, mal seine Uber- und Taxifahrten sowie die anfallenden Car-Sharing-Kosten zu addieren, dürfte auf einen Betrag kommen, der nicht allzu weit darunter liegt. Außerdem kann man das Auto als Halter mit anderen Menschen aus der Community teilen, natürlich per App. So lassen sich dann die Kosten reduzieren.

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