Innovation & Future SPRIND-Interview: „Bezos und Branson haben hübsche Hobbys, die im Vergleich zu SpaceX lächerlich sind“

SPRIND-Interview: „Bezos und Branson haben hübsche Hobbys, die im Vergleich zu SpaceX lächerlich sind“

Gibt es einen Austausch?

Laguna: Keinen offiziellen. Die DARPA hat das Prinzip, die Direktoren und Direktorinnen alle drei Jahre auszuwechseln, die sogenannten Program Manager alle drei bis fünf. Man ist daher mit vielen im Gespräch. Etwa mit Dan Wattendorf, der vor zehn Jahren als Program Manager bei der DARPA die RNA-Impfstoff-Forschung finanziert hat. Alle Beteiligten haben von ihm Geld bekommen. Von ihm stammt in dem Zusammenhang der Spruch: „We don’t bet on the horse, we bet on the race.“ Mittlerweile ist er bei der Bill & Melinda Gates Foundation. Ich hätte überhaupt kein Problem mit einer engeren Zusammenarbeit mit der DARPA. Aber es ist eben auch eine militärische Organisation, es sind da nicht die alleroffensten auf dieser Welt. Aber der Spirit der DARPA ist prägend. Ein Direktor hat mal gesagt: Es ist nicht schlimm zu scheitern. Schlimm ist, nicht zu wissen, wann man gescheitert ist.

Herr Ramge, im SPRIND-Podcast stellen Sie Ihren Gästen immer die Frage nach der wichtigsten Sprunginnovation – welche ist Ihre?

Ramge: Wir müssen zunächst das Energieproblem lösen. Bekommen wir Energie, die „too cheap to meter“ ist, haben wir gleich eine ganze Kaskade von Problemen gelöst. Ich würde aber noch eine Idee dazuzählen, die natürlich problematisch ist, aber schneller nötig werden könnte, als wir uns wünschen. Ich glaube, dass wir auch durch Solar Engineering in 15 oder 20 Jahren in der Lage sein werden, die Sonne runterdimmen zu können, wenn die Kosten des Klimawandels zu hoch werden. Den Weg, den wir bei Solar Engineering jetzt gehen, scheint mir die schlechteste aller Welten zu sein. Wir erforschen die Technologie nicht ausreichend aus Angst, dass im Erfolgsfall niemand mehr CO2 spart. Und das kann dazu führen, dass die Lösung nicht zur Verfügung steht, wenn wir sie wirklich brauchen.

Laguna: Mir wird bei solchen Themen immer ein bisschen angst und bange. Wenn wir mit einer starken Faust in ein komplexes Ökosystem eingreifen, können wir nicht immer gut vorhersagen, was passiert. Und das ganze Klimathema ist natürlich so ein Thema. Aber die Antwort von Thomas, die kostenlose Energie, ist der Schlüssel. Übrigens, wenn man das Ganze runterbricht, stößt man auf ein paar echte Tabuthemen. Ich bin der tiefsten Überzeugung, dass wir unsere CO2-Ziele nicht erreichen können, ohne Kernenergie noch mal neu zu denken. Sowohl Kernspaltung als auch Kernfusion. Das ist zwar politisch abgehakt, aber ich erzähle es überall. Und dann müssen wir zu drastischen Maßnahmen greifen, wie Thomas sie erwähnt hat, bis hin zum Recycling von Rohstoffen.

Gar keine Wünsche, die auf den zum Witz gewordenen Satz „We were promised flying cars“ einzahlen?

Laguna: Doch. Die zweite Sache, die mir sehr wichtig ist, ist, dass wir Raumfahrt so billig hinbekommen, dass ich auch mal mitfliegen kann.

Ramge: Aber auch das kann erst klappen, wenn uns regenerative Energie aus den Ohren und den Knopflöchern quillt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir beide die Reise zum Exoplaneten noch mitbekommen.

Laguna: Wird knapp. Wir müssen wohl vielleicht doch erst noch das ewige Leben ermöglichen. Aber da sind wir ja zum Glück gerade auch dran.

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