Productivity & New Work Unsere Kolumnistin Hanne Horvath weiß, wie es ist, sich täglich mehrmals im Job zu outen

Unsere Kolumnistin Hanne Horvath weiß, wie es ist, sich täglich mehrmals im Job zu outen

Ist Toleranz Teil der Unternehmens-DNA?

Im besten Fall verankern Unternehmen die Sichtbarkeit und den Schutz der LGBTQ+ Community in ihren Unternehmensrichtlinien. Bei uns gibt es ein Handbuch in dem wir uns als Organisation zum Thema Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion positionieren. Dieses Handbuch teilen wir mit neuen Kolleg:innen, so dass alle von Anfang an Bescheid wissen, dass wir keinerlei Belästigung und Diskriminierung am Arbeitsplatz tolerieren und auf inklusive Sprache achten. Besonders stolz bin ich auf eine Regelung, die nicht-gebärenden Eltern zehn zusätzliche Urlaubstage unmittelbar nach der Geburt garantiert. Ich bin mir sicher, dass wir damit die richtigen Signale senden und für ein Arbeitsklima sorgen, in dem sich alle willkommen und sicher fühlen.

Darüber hinaus, vermitteln wir aktiv Wissen zum Thema. Beispielsweise indem wir externe Speaker und Speakerinnen zu uns einladen.

Out and proud im Job?

Traut euch und outet euch, vor allem als Führungskraft. Es sind gerade Berufseinsteiger:innen, denen es besonders schwer fällt, offen ihre sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität zu leben. Viele sorgen sich von ihren Kolleg:innen ausgegrenzt und bei Beförderungen benachteiligt zu werden. Um jungen queeren Talenten den Weg zu ebnen, finde ich es wichtig Vorbild zu sein. Ich glaube auch, dass es sich positiv auf das ganze Team auswirken kann. Letztlich ist es eine Form sich im als Teil des Leadership Teams authentisch und verletzlich zu zeigen und das ist doch einfach für alle inspirierend. 

Für alle, die vor allem den Unternehmenserfolg im Blick haben: Es ist ja inzwischen vielfach erforscht, dass diverse Teams besser performen. Das kann ich aus persönlicher Erfahrung nur bestätigen. Außerdem kann ich sagen, dass es einfach zur Gesundheit und zum Wohlbefinden aller Mitarbeitenden beiträgt und klar, das steigert natürlich die Team Performance.

Ich werde mich jedenfalls weiter, auch nach dem Pride Month, in jedem beruflichen Gespräch und auch sonst in meinem Alltag um Offenheit bemühen, sichtbar sein.Auch wenn ich manchmal gar keinen Bock drauf habe. Auf dass es in der Zukunft nicht mehr notwendig ist, sich mehrmals am Tag zu outen.

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