Productivity & New Work Selbstversuch: Auf Workation mit dem Camper irgendwo im nirgendwo

Selbstversuch: Auf Workation mit dem Camper irgendwo im nirgendwo

Von „Ihr müsst jeden Tag ins Office kommen“ zu „Wir arbeiten jetzt in einem Remote-Modell“ in unter einem Monat. Das hat die Corona-Pandemie selbst in den eingestaubtesten Mittelstandsunternehmen geschafft. So langsam ist Remote-Work ja schon fast ein alter Schuh.

Dabei haben die meisten von uns die Möglichkeiten des Remote-Works noch gar nicht so richtig ausgereizt. Man könnte immerhin monatelang durch verschiedenste Länder reisen. Zum Beispiel im Camper. Morgens am Strand aufstehen, ins Wasser hüpfen, dann den Call mitnehmen und zum Mittagessen geht’s ins Fischrestaurant ums Eck. 

So zumindest stelle ich mir Remote-Work aus einem Camper vor. Jeden Tag ein Abenteuer, aber immer mit der nötigen Ruhe, weil’s ja doch irgendwie Urlaub ist, oder? 

Um das herauszufinden, habe ich mich für drei Tage Anfang September mit einem VW-Bus von Roadsurfer auf den Weg gemacht. Nicht an’s Mittelmeer, noch nicht einmal an die Ostsee, einfach nur nach Brüsewitz an einen See in der Nähe von Schwerin. 

Jetzt könnte man sofort entgegnen: Für einen Workation-Test ist das doch viel zu kurz. Und klar, wie es sich anfühlt, über mehrere Monate im Camper zu arbeiten, das kann ich nur erahnen. Dennoch haben mir die drei Tage gezeigt, was in so einem Camper möglich ist und was nicht.

Gutes Internet ist Key

Man hätte es sich auch vor dem Trip schon denken können, aber währenddessen wurde mir als verwöhntem Stadtbewohner einmal mehr klar: ein gutes Internet ist in Deutschland nicht selbstverständlich. 

Denn trotz Seegrundstücks-Stellplatz mit Strom und WLAN-Ausstattung, waren meine Video-Calls häufig abgehackt. Hier und da musste ich auch das Video ausschalten. Wer sich völlig frei, abgeschieden von der Zivilisation bewegen möchte, muss also unbegrenztes mobiles Internet dabei haben. Und ist dann immer noch abhängig vom Netzausbau der deutschen Anbieter.

Wer sich’s leisten kann, könnte natürlich dank Dual-Sim direkt zwei Internetverträge mit unterschiedlichen Anbietern einpacken und so das Risiko eines Internetsausfalls minmieren. 

Workation im Camper
Das Outdoor-Office vor dem Camper

Begrenzter Platz schafft Arbeit

Ein Learning, mit dem ich so vor dem Trip nicht gerechnet habe: der begrenzte Platz in einem VW-Bus für zwei Personen schafft ständig neue Arbeit. Das ist auf einem Urlaubstrip ein kleineres Problem, immerhin hat man da Zeit und Muße für. Wenn man auf Workation allerdings zwischen der Arbeit entspannen will, kann das zum Problem werden. 

Das Indoor-Office muss dann schnell zur Küche umgebaut werden. Nach dem Essen dann in eine Chill-out-Area und zum Schlafen in ein Bett. Draußen benötigt man je nach Wetter eine Markise, die bei zu starkem Wind wieder eingerollt werden muss.

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