Female Entrepreneurship Immer mehr Leute arbeiten immer weniger – Wie viel arbeiten wir eigentlich?

Immer mehr Leute arbeiten immer weniger – Wie viel arbeiten wir eigentlich?

Im vergangenen Jahr wurde in Deutschland so viel gearbeitet wie noch nie zuvor seit der Wiedervereinigung. Das geht aus einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervor. Die Beschäftigten in Deutschland kamen insgesamt auf rund 55 Milliarden Arbeitsstunden – ein neuer Höchststand. Interessanterweise ist jedoch die durchschnittliche Wochenarbeitszeit der Beschäftigten kontinuierlich gesunken.

„Das Gesamtarbeitsvolumen ist vor allem gestiegen, weil immer mehr Frauen erwerbstätig sind“, erklärt Studienautor Mattis Beckmannshagen. „Allerdings ist fast die Hälfte der Frauen in Deutschland teilzeitbeschäftigt, obwohl einige gern mehr arbeiten würden.“ Dadurch bleibt ein Teil des Potenzials von Frauen auf dem Arbeitsmarkt ungenutzt. Die hohe Teilzeitquote führt dazu, dass die durchschnittliche Wochenarbeitszeit aller Beschäftigten bei 34,7 Stunden liegt. 

Die Erwerbsbeteiligung von Frauen in Deutschland ist zwischen 1991 und 2022 um 16 Prozentpunkte auf 73 Prozent gestiegen. Dies spiegelt den gesellschaftlichen Wandel vom Einverdiener- zum Zweiverdienerhaushalt wider. Dennoch investieren Frauen immer noch mehr Zeit in Kinderbetreuung und Hausarbeit als Männer. Bei der Erwerbsarbeit zeigt sich ein umgekehrtes Bild: Frauen arbeiten durchschnittlich etwa 33 Stunden pro Woche, Männer hingegen 40 Stunden. Obwohl die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von Männern laut DIW seit 2011 leicht rückläufig ist, holen sie bei der Sorge- und Hausarbeit nur langsam auf.

Das DIW empfiehlt eine Reform der Lohnsteuerklassen, um Frauen zu ermutigen, ihre Arbeitszeit zu erhöhen. „Um dem Fachkräftebedarf zu begegnen, sollten das Arbeitsmarktpotenzial von Frauen besser genutzt und Fehlanreize behoben werden“, sagt Studienautorin Annika Sperling. Reformen der Lohnsteuerklassen und des Ehegattensplittings könnten dazu beitragen, dass es sich für Frauen als Zweitverdienerinnen mehr lohnt, ihre Arbeitszeit über die Minijob-Grenze hinaus auszudehnen.

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