Life & Style Play hard bis zum Finale: Ab heute ist Sommermärchen-Zeit

Play hard bis zum Finale: Ab heute ist Sommermärchen-Zeit

Heute werden die Uhren emotional umgestellt. Ab jetzt ist Sommermärchen-Zeit. Zeit, dass sich was dreht in unserem Land. Und wir endlich mal wieder völlig losgelöst sein können so wie „Major Tom“ im Torjubelsong unserer Fußball-Nationalmannschaft. Der Anstoß zur EURO24, unserer Heim-EM – es ist ein Anstoss für uns alle. Wie wollen wir uns als Gastgeber präsentieren? Sind wir eine Gesellschaft zerrissen wie die Europawahl oder können wir auch noch Einheit sein? Können wir nur noch hetzen oder auch noch umarmen? Schalten wir also auf Play-hard-Modus: Play hard – aber diesmal bitte bis zum Finale.

Wenn ein Jens Spahn lästert, dass Deutschlands größte Fanmeile am Brandenburger Tor nur noch nervt, weil alle im Stau stehen: Dann wird es höchste Zeit, dass wir losnageln mit unseren Nagelsmännern. Heute abend ab 21 Uhr Deutschland gegen Schottland: Neue Zeitreise, wie Business Punk Herbert Grönemeyer sagen würde. 

Das Schönste: Wir haben ja nichts zu verlieren. Wir alle können diesmal nur gewinnen.  Jahrzehntelang haben wir immer unsere KPIs in Titeln gemessen. Alles andere als das Halbfinale galt als Enttäuschung schmerzlich wie die neuesten Verkaufszahlen deutscher Autohersteller in China. Heute freuen wir uns, wenn wir die Vorrunde schaffen.

Angstgegner ist Deutschland nur noch, weil alle Angst haben, dass wir so früh ausscheiden wie zuletzt bei der WM in Qatar oder in Russland, als da noch gekickt wurde – und nicht gebombt.

Und vielleicht steht uns die neue Bescheidenheit ganz gut wie sie unsere DAX-Konzerne vorspielen, in dem sie erst gar nicht mitspielen. Heim-EM in Deuschland, eine der größten Eventisierungen des Planeten. Jedes Match wird von mindestens 130 Millionen Menschen gesehen. Die UEFA wirbt damit, die Spiele in 220 Länder übertragen zu wollen, obwohl es laut Wikipedia offiziell nur zwischen 193 und 207 Länder auf der Welt gibt, je nach Definition einzelner Regionen. Aber das ist eben Think Big. Es geht schließlich nicht nur um ein Sommermärchen, sondern auch um märchenhaft viel Geld. 

Diese Europameisterschaft wird 2,3 Milliarden Euro umsetzen, 400 Millionen Euro mehr als die letzte EM. Es ist eine Leistungsschau der internationalen Sportvermarktung. Alles hat seinen Preis. Alles ist verkauft. Bis vielleicht auf das Recht, Tore zu schießen… 

Die Big Player dabei: Es sind 13 Hauptsponsoren, die sich zwischen 10 und 50 Millionen Euro einkaufen konnten. Kleine Business Punk Quizfrage vor der offiziellen Eröffnung: Welches Land stellt die meisten Geldgeber? Ok, das war zu einfach. Es ist die Heim-EM in Deutschland. Natürlich kommen die meisten Sponsoren aus China!

China nominiert gleich fünf Hauptsponsoren für seinen Staatskader. Das Zahlungssystem Ali-Pay, der Lieferservice Ali-Express, Hisense (Consumer Electronic), Vivo (Telekommunikations-Konzern) und die Automarke BYD, deren Initialen übrigens Build Your Dream bedeuten. Der Traum – sicherlich auch von globalem wirtschaftlichem Erfolg für China.  

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