Leadership & Karriere Startup-Insolvenz – Schnäppchen für Investoren oder unkalkulierbares Risiko? 

Startup-Insolvenz – Schnäppchen für Investoren oder unkalkulierbares Risiko? 

Gastbeitrag von Stefan Kimmel, Partner, und Gunars Urdze, Senior Manager bei KPMG Law Rechtsanwaltsgesellschaft mbH. 

Die COVID-19-Pandemie und die anschließende Energiekrise infolge des russischen Überfalls auf die Ukraine haben die deutsche Wirtschaft stark belastet, und viele Unternehmen, insbesondere Startups, sind nach wie vor großen Herausforderungen ausgesetzt. 2023 haben so viele Startups wie noch nie zuvor einen Insolvenzantrag gestellt, wobei die Zahl der Neugründungen gleichzeitig zurückgegangen ist. Experten prognostizieren, dass die Zahl der Startup-Insolvenzen in diesem Jahr noch weiter steigen wird. Insbesondere die Inflation und die dadurch bedingten Zinserhöhungen haben das Investitionsklima für junge, wachstumsorientierte Technologieunternehmen schwieriger gemacht. 

Die Krisen der vergangenen Jahre haben zu erheblichen Veränderungen in den Märkten geführt, in denen viele Startups tätig sind, was auch ein systematisches Risiko für Investoren darstellt. Investoren sind daher vorsichtiger geworden und prüfen länger, bevor sie Kapital investieren. Bestandsinvestoren versuchen teilweise, ihre Beteiligungsunternehmen mit Brückenfinanzierungen am Leben zu erhalten, doch im vergangenen Jahr war auch hierbei eine steigende Zurückhaltung zu spüren. 

Trotz dieser schwierigen Ausgangslage kann die Krise auch eine Chance sein, in vielversprechende Start-ups zu investieren, die potenziell in der Lage sind, sich an die neuen Gegebenheiten anzupassen, zu wachsen und letztendlich erfolgreich am Markt zu etablieren. Allerdings gibt es bei solchen Risikoinvestments auch viele Stolpersteine zu beachten. 

Investoren müssen sich bewusst sein, dass Investitionen in Startups in der Krise mit einem noch höheren Risiko verbunden sind. Zu dem Risiko einer unzureichenden Marktakzeptanz und stets nicht auszuschließenden Gründen für ein Scheitern, wie z.B. unvorhergesehene regulatorische Änderungen, unerwartete Konkurrenz oder technologische Entwicklungen, ergeben sich in der Krise besondere rechtliche und tatsächliche Herausforderungen, die vor einem Investment berücksichtigt werden sollten. Dabei ist neben einem Einstieg eines Investors als Minderheitsgesellschafter im Rahmen einer sog. Finanzierungsrunde in letzter Zeit ein größeres Interesse von strategischen Investoren an der vollständigen Übernahme von Startups vor dem Hintergrund teilweise gesunkener Bewertungen zu erkennen.  

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