Leadership & Karriere Job-Hack: So gewinnen Mitarbeitende durch einen einfachen Trick an Beliebtheit 

Job-Hack: So gewinnen Mitarbeitende durch einen einfachen Trick an Beliebtheit 

„Kannst du mir mal helfen?“ – Diese einfache Frage kann dazu führen, dass man bei Kolleginnen und Kollegen beliebter wird.  

Sympathie ist ein grundlegender Baustein für gute zwischenmenschliche Beziehungen, und das Bedürfnis nach Zugehörigkeit ist tief im Menschen verankert. Besonders im Arbeitsumfeld, wo viel Zeit mit Kolleginnen und Kollegen verbracht wird, kann ein gutes Verhältnis den Alltag erheblich erleichtern. Für neue Teammitglieder oder bei der Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen muss Sympathie oft erst aufgebaut werden. Hier kommt der Benjamin-Franklin-Effekt ins Spiel. 

Was ist der Benjamin-Franklin-Effekt? 

Der Benjamin-Franklin-Effekt beschreibt die menschliche Tendenz, diejenigen positiver zu bewerten, denen man bereits einen Gefallen getan hat, und ihnen in Zukunft eher erneut zu helfen. Der Effekt geht auf eine Anekdote zurück: Franklin soll einen Rivalen für sich gewonnen haben, indem er ihn um die Ausleihe eines seltenen Buches bat und sich anschließend bedankte. 

Eine Studie von 1969, durchgeführt von Jon Jecker und David Landy, verdeutlicht diesen Effekt: Die Teilnehmenden der Studie wurden in drei Gruppen aufgeteilt. Allen wurde mitgeteilt, dass sie Geld gewonnen hätten. Gruppe 1 wurde gebeten, das Geld aus finanziellen Gründen zurückzugeben. Gruppe 2 erhielt dieselbe Bitte, aber direkt von den Studienleitern – während Gruppe 3 das Geld behalten durfte. Anschließend wurden alle Teilnehmenden dazu befragt, wie sie die Studienleiter einschätzen würden. Ergebnis: Die Teilnehmenden aus Gruppe 2 empfanden die Leiter am sympathischsten.  

Dieser Effekt basiert auf der Theorie der kognitiven Dissonanz, die besagt, dass Menschen Widersprüche zwischen ihren Überzeugungen und Handlungen reduzieren möchten. Wenn jemand eine Person unterstützt, ohne dass sofortige Sympathie besteht, entsteht eine kognitive Dissonanz. Um diese zu verringern, neigen Menschen dazu, ihre Einstellung zu ändern und die unterstützte Person positiver zu sehen. 

Anwendung im Berufsleben 

Der Benjamin-Franklin-Effekt kann im Arbeitsalltag vielseitig genutzt werden, um Beziehungen zu stärken: 

  • Um kleine Gefallen bitten: Neue Mitarbeitende können Kolleginnen und Kollegen um Hilfe bitten, etwa bei der Erklärung eines Arbeitsprozesses oder beim Ausleihen von Büromaterial. Diese Interaktionen helfen, erste positive Verbindungen aufzubauen. 
  • Gemeinsame Projekte initiieren: Die Zusammenarbeit an Projekten bietet eine ideale Gelegenheit, den Effekt zu nutzen. Durch die Bitte um Unterstützung bei Aufgaben entsteht eine kooperative Atmosphäre. 
  • Feedback einholen: Das Bitten um Feedback zeigt Wertschätzung für die Meinung der Kolleginnen und Kollegen. Sie fühlen sich geschmeichelt und die Sympathie wächst. 
  • Hilfe bei Fachfragen suchen: Gezielte Anfragen nach Expertenrat oder Unterstützung bei spezifischen Problemen erweitern nicht nur das eigene Wissen, sondern fördern auch positive Beziehungen. 

Durch den bewussten Einsatz des Benjamin-Franklin-Effekts können Mitarbeitende ihre Beliebtheit im Team steigern und ein unterstützendes, kooperatives Arbeitsumfeld schaffen. 

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