Leadership & Karriere Steuererleichterungen für Ausländer? „Die Neiddiskussion in Deutschland macht mich traurig“ 

Steuererleichterungen für Ausländer? „Die Neiddiskussion in Deutschland macht mich traurig“ 

Es herrscht mal wieder Zoff zwischen Regierung und Opposition über mögliche Steuererleichterungen für ausländische Fachkräfte: Werden so Einheimische benachteiligt? „Ganz im Gegenteil“, meint ein deutscher Manager, der wegen solcher Steuererleichterungen nach Amsterdam gezogen ist. Hier ist sein Bericht. 

Die Ampel-Regierung plant Steuererleichterungen für ausländische Fachkräfte und zieht damit die Kritik von Opposition und manchen Ökonomen auf sich. Ihr Vorhaben sieht so aus: Neu zugewanderte Fachkräfte sollen in den ersten drei Jahren erst 30, dann 20 und dann 10 Prozent vom Bruttolohn steuerfrei stellen können. „Wir sehen, dass andere europäische  Länder solche Steuervergünstigungen für Fachkräfte gewähren“, sagt Wirtschaftsminister Robert Habeck. Doch die Opposition tobt. „Das ist Inländer-Diskriminierung. Arbeiter 1. + 2. Klasse. Für alle, die arbeiten, muss doch gelten: Mehr Netto vom Brutto, Arbeit muss sich lohnen!“, schrieb die wirtschaftspolitische Sprecherin der Union, Julia Klöckner (CDU) auf X. 

Doch wie ist es wirklich? Unsere Redaktion hat nachgefragt. In den Niederlanden gilt das Modell schon lange. Dort müssen ausländische Fachkräfte, die ihren Wohnort nach Holland verlegen, die ersten fünf Jahre 30 Prozent ihres Einkommens nicht versteuern. Tobias S. ist Deutscher, der als Krankenhausberater eine internationale Karriere zunächst in Deutschland und später im arabischen Raum gemacht hat. Als er für einen großen Pharmakonzern zurück nach Europa sollte, stand er vor der Wahl, wo seine Familie hinziehen sollte. Der Deutsche entschied sich für die Niederlande – nicht zuletzt wegen des Steuermodells. Hier ist sein Bericht: 

„Wie viele Grosskonzerne ist auch mein Arbeitgeber, ein führendes Unternehmen in der Medizinindustrie weltweit aufgestellt. Neben landespezischen Funktionen, gibt es europäische und globale Jobs, die im Prinzip von überall ausgeführt werden können. Als ich im Jahr 2017 in eine solche regionale Position für unsere Europaorganisation befördert wurde, stand ich vor der Wahl, zurück nach Deutschland oder doch in ein anderes Land zu gehen. Ein knappes Jahrzehnt habe ich mit meiner Familie im Mittleren Osten verbracht und wir freuten uns, wieder näher an die Eltern, Geschwister und Freunde zu rücken. 

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