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Pasqal – 16,5 Mio. Umsatz, 2 Mrd. wert: Willkommen im Quanten-Hype

Quantenkugel mit Nasdaq-PSQL-Futurismus
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Lesezeit2 Min · 497 Wörter

Pasqal handelt seit letzter Woche als „PSQL“ an der Nasdaq, mit 360 Mio. Dollar Cash und zwei Milliarden Dollar Bewertung, während Frankreich sich Kontrolle über sein Quanten-Kronjuwel sichert.

Ein Unternehmen mit gerade einmal 16,5 Mio. Euro Jahresumsatz wird an der Nasdaq mit rund zwei Milliarden Dollar bewertet: Das ist die Ausgangslage, mit der die französische Quantencomputing-Firma Pasqal seit heute unter dem Kürzel „PSQL“ gehandelt wird.

Möglich macht das eine SPAC-Fusion, kein klassischer Börsengang. Der Deal zeigt, wie sehr europäische Deeptech-Firmen inzwischen bereit sind, für Kapital und Visibilität den Umweg über amerikanische Kapitalmärkte zu nehmen, auch wenn die kommerzielle Substanz dahinter noch dünn ist.

Der SPAC-Weg bringt Geld, aber auch neue Aktionärslogik

Die Fusion mit der Mantelgesellschaft Bleichroeder Acquisition Corp. II verschafft Pasqal nach eigenen Angaben rund 360 Mio. Dollar an Barmitteln, bei einer Pro-forma-Marktkapitalisierung von etwa 2,6 Mrd. Parallel sammelte das Unternehmen laut Trending Topics rund 200 Mio. Dollar von privaten Investoren ein, darunter Parkway, Quanta Computer, LG Electronics und die Reederei CMA CGM.

CEO Wasiq Bokhari sagte laut Trending Topics, man habe Quantensysteme bereits in realen Betriebsumgebungen ausgerollt und an bestehende Recheninfrastruktur angebunden. Der Börsengang gebe eine stärkere Basis für schnelleres Wachstum. Damit folgt Pasqal dem finnisch-deutschen Konkurrenten IQM, der im Sommer als erstes europäisches Quantenunternehmen an die Nasdaq ging.

Frankreich behält die Zügel trotz US-Listing

Bemerkenswert ist, was Pasqal nicht aufgibt: Hauptsitz und Rechtsform bleiben französisch, die Staatsbank Bpifrance sitzt im Board, ein Zweitlisting an der Euronext ist angekündigt. Wie aus SEC-Unterlagen hervorgeht, brauchen ausländische Investoren für größere Beteiligungen zusätzlich eine Freigabe des französischen Wirtschaftsministeriums.

Das ist ein politisches Signal: Frankreich lässt Kapital fließen, ohne die Kontrolle über eine strategische Zukunftstechnologie abzugeben. Gerade weil Quantencomputing in Sicherheits- und Geheimdienstkreisen als potenziell kryptografie-brechend gilt, dürfte dieser Passus politisch gewollt sein.

Der Golf-Deal zeigt, wohin die Reise geht

Kurz vor dem Listing verkündete Pasqal ein Joint Venture mit der saudischen Investmentplattform Eleven Ventures namens Pasqal Arabia, das Quantensysteme in der Golfregion ausrollen soll.

Vorsitzender wird Prinz Abdulaziz Bin Turki Bin Talal, der laut Trending Topics sinngemäß erklärte, Quantum stehe heute dort, wo künstliche Intelligenz vor wenigen Jahren stand. Der Zeitpunkt, unmittelbar vor dem Nasdaq-Debüt und im Umfeld eines saudischen Staatsbesuchs in Frankreich, ist Teil einer Strategie, die Pasqal als globalen Infrastrukturanbieter positioniert, mit Saudi-Arabiens Vision 2030 als zahlungskräftigem Partner.

Auf einen Blick

  • Pasqal wird seit heute als „PSQL“ an der Nasdaq gehandelt, ermöglicht durch eine SPAC-Fusion mit Bleichroeder Acquisition Corp. II.
  • Das Unternehmen verfügt nach Closing über rund 360 Mio. Dollar Cash bei einer Bewertung von etwa zwei Milliarden Dollar.
  • Frankreich behält über Bpifrance einen Boardsitz und eine ministerielle Freigabepflicht für ausländische Großinvestoren Kontrolle über das Unternehmen.
  • Kurz vor dem Listing kündigte Pasqal ein Joint Venture mit Saudi-Arabiens Eleven Ventures zur Expansion in die Golfregion an.

Quellen: Trending Topics (Englisch), Trending Topics (Deutsch), KI-unterstützt

Portrait Uli Weißgerber

Uli Weißgerber

Seit über 25 Jahren bewegt er sich an der Schnittstelle von Medien, Marketing und Technologie. Stationen? Sport1, ProSiebenSat.1, Bertelsmann – er war beim Start von Sport1.de dabei hat unter anderem die erste Affiliate-Kampagne in Polen ausgerollt hat. Später hat er mit getperformance das erste TV-Performance-Tracking entwickelt und Marken wie Trivago ins Fernsehen katapultiert. Als Gesellschafter von Promipool wurde er Publisher und baute ein starkes, unabhängiges Content-Portfolio auf. Heute bringt er mit seinem Team und Partnern eigene, komplexe KI-Workflow-Lösungen in Verlage und Agenturen, die mehr können als Buzzwords – unter anderem steuern sie die komplette digitale Plattform von Business-Punk.com.