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Apple schläft bei KI, kassiert trotzdem 42 Milliarden

Apple will im KI Game aufholen
Business Punk by KI Apple will im KI Game aufholen
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Apple verdient im Weihnachtsquartal 42 Milliarden Dollar – trotz halbfertiger KI-Features. Die Marke ist so stark, dass Kunden für leere Versprechen zahlen. Samsung ist als Smartphone-König entthront.

Apple hat gerade bewiesen, dass man die KI-Revolution verschlafen und trotzdem Rekordgewinne einfahren kann. 42 Milliarden Dollar Nettogewinn in drei Monaten – ein Plus von 16 Prozent. Der Umsatz kletterte auf 143,8 Milliarden Dollar, das iPhone allein brachte 85,3 Milliarden ein. Zum Vergleich: Das sind mehr Einnahmen als die meisten DAX-Konzerne im ganzen Jahr erwirtschaften. Und das, obwohl die vollmundig beworbene „Apple Intelligence“ zum Kaufzeitpunkt größtenteils nicht funktioniert.

Die Zahlen für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2025 übertrafen die Erwartungen der Analysten deutlich. Beim Gewinn je Aktie rechneten Experten mit 2,68 Dollar, Apple lieferte 2,84 Dollar. Beim Umsatz lagen die Prognosen bei 138,4 Milliarden Dollar – der Konzern toppt das um über fünf Milliarden. Die Börse reagierte mit einem nachbörslichen Kursanstieg von 0,85 Prozent auf 260,48 Dollar, wie finanzen.net berichtet.

Die Marke frisst die Realität

Das eigentlich Bemerkenswerte: Apple verkauft Hardware mit Software-Versprechen, die noch nicht eingelöst sind. Die neue KI-Assistentin Siri, als Revolution angekündigt, ist nach wie vor nur rudimentär verfügbar. Viele der beworbenen KI-Funktionen existieren zum Verkaufsstart schlicht nicht. Trotzdem greifen Millionen Kunden zu – und zahlen Premium-Preise für ein Potenzial, das vielleicht irgendwann mal kommt.

Das funktioniert nur mit einer Marke, die so stark ist, dass Realität zur Nebensache wird. Während OpenAI, Google und Microsoft seit Monaten mit ausgereiften KI-Produkten den Markt fluten, verkauft Apple erfolgreich die Idee von KI. Die erste Welle der Generativen KI? Komplett verpasst. Die Konsequenzen? Keine. Im Gegenteil: Das iPhone-Geschäft explodierte um 23 Prozent im Jahresvergleich.

Samsung vom Thron gestoßen

Nebenbei hat Apple laut Marktforschern Samsung als weltgrößten Smartphone-Hersteller abgelöst. Der südkoreanische Konzern, jahrelang unangefochtener Marktführer, muss sich geschlagen geben. Allerdings: Apple nennt seit Jahren keine Stückzahlen mehr. Die Vermutung liegt nahe, dass der Konzern beim Volumen immer noch hinter Samsung liegt – aber eben nicht beim Umsatz. Ein iPhone kostet durchschnittlich das Doppelte eines Samsung-Geräts.

Den Kampf um die Spitze werden diese beiden Konzerne wohl unter sich ausmachen. Der Abstand zu Huawei, Xiaomi und Co. ist zu groß. Apple und Samsung spielen in einer eigenen Liga – mit völlig unterschiedlichen Strategien. Samsung setzt auf Volumen und Innovation bei Hardware, Apple auf Margen und Ökosystem-Lock-in.

Die Strategie der geplanten Obsoleszenz

Besonders perfide: Apple koppelt die KI-Features so eng an neue Hardware, dass ältere Modelle schneller veralten. Ein iPhone, das zwei Jahre alt ist, bekommt viele der neuen Funktionen nicht mehr. Nicht weil die Hardware es nicht könnte – sondern weil Apple es so will. Das Ergebnis: kürzere Upgrade-Zyklen, mehr Umsatz, mehr Elektroschrott.

Diese Strategie geht auf, weil Apple-Kunden loyal bis zur Selbstaufgabe sind. Wer einmal im Ökosystem steckt – iPhone, iPad, MacBook, AirPods, Apple Watch – kommt kaum noch raus. Die Wechselkosten sind zu hoch, die Integration zu bequem. Apple nutzt das gnadenlos aus.

Die Frage ist: Wie lange funktioniert das noch? Irgendwann werden auch Apple-Jünger merken, dass sie für halbfertige Software Premium-Preise zahlen. Oder eben nicht. Die 42 Milliarden Dollar Quartalsgewinn legen nahe: Die Marke ist stärker als jede rationale Kaufentscheidung.

Business Punk Check

Apple liefert den Beweis, dass Marke wichtiger ist als Produkt. Während die Tech-Welt über KI-Durchbrüche diskutiert, verkauft Cupertino erfolgreich Vaporware. Die beworbenen KI-Features? Größtenteils nicht verfügbar. Die Konsequenz? Rekordgewinne. Das zeigt zweierlei: Erstens ist Apples Ökosystem-Lock-in so perfekt, dass Kunden auch für Versprechen zahlen. Zweitens hat der Konzern die erste KI-Welle komplett verschlafen – und es interessiert niemanden. Die geplante Obsoleszenz älterer Geräte durch KI-Exklusivität ist dabei besonders dreist: künstliche Verknappung von Software-Features, um Hardware-Verkäufe zu pushen. Samsung ist als Marktführer entthront, aber vermutlich nur beim Umsatz, nicht beim Volumen. Apple verkauft weniger Geräte zu höheren Preisen – und macht damit mehr Gewinn als fast jeder andere Konzern auf dem Planeten. Das ist keine Innovation, das ist Markenmacht in Reinform.

Häufig gestellte Fragen

Warum sind Apples KI-Features noch nicht verfügbar?

Apple hat die KI-Funktionen an neue Hardware gekoppelt, aber die Software ist noch nicht fertig. Die beworbene Siri-Revolution und viele andere Features existieren zum Verkaufsstart nur rudimentär oder gar nicht. Kunden zahlen für ein Versprechen, nicht für ein fertiges Produkt.

Hat Apple wirklich Samsung als Marktführer überholt?

Laut Marktforschern ja – allerdings vermutlich nur beim Umsatz, nicht bei den Stückzahlen. Apple nennt keine Verkaufszahlen mehr, aber iPhones kosten durchschnittlich doppelt so viel wie Samsung-Geräte. Beim Volumen dürfte Samsung weiterhin vorne liegen.

Wie lange funktioniert Apples Strategie noch?

Solange das Ökosystem so stark bindet wie jetzt, vermutlich noch Jahre. Die Wechselkosten für Kunden sind enorm hoch, die Integration zwischen Apple-Geräten funktioniert nahtlos. Die 42 Milliarden Dollar Quartalsgewinn zeigen: Die Markenloyalität übertrumpft jede rationale Kaufentscheidung.

Quellen: finanzen.net, spiegel, handelsblatt

Martin Wald

Tech & Security

Martin Wald analysiert die Schnittstelle zwischen Geld, Macht und Alltag. Seine Themen reichen von Rente, Sozialstaat und Gesundheit bis zu Wirtschaft, Märkten und technologischen Umbrüchen. Er zerlegt politische Entscheidungen, Urteile und Trends auf ihre ökonomischen Folgen und macht sichtbar, wer gewinnt, wer verliert und wo Risiken liegen. Der Blick ist pragmatisch, pointiert und nutzenorientiert. Keine Wohlfühltexte, sondern Einordnung für Menschen, die verstehen wollen, wie Systeme funktionieren und was das für ihre Entscheidungen bedeutet.