Bargeld ade? Warum Deutschlands Geldautomaten auf dem Rückzug sind
Deutschland erlebt einen Rückgang von Geldautomaten und Filialen. Die Bundesbank warnt: Bargeldverfügbarkeit könnte bald keine Selbstverständlichkeit mehr sein.
Die Bargeldversorgung in Deutschland steht auf dem Prüfstand. Die Bundesbank hat in ihrem jüngsten Bericht darauf hingewiesen, dass die Anzahl der Geldautomaten und Bankfilialen kontinuierlich sinkt. Doch was bedeutet das für die Bürger und die Zukunft des Bargelds?
Geldautomaten auf dem Rückzug
Die Zahl der Geldautomaten in Deutschland hat in den letzten Jahren abgenommen. Im Jahr 2023 sind es nur noch etwa 51.000 Automaten, während es 2018 noch rund 59.000 waren, wie „finanzbusiness.de“ berichtet. Die Gründe für diesen Rückgang sind vielfältig. Einerseits reduzieren Banken die Anzahl ihrer Automaten, weil sie kostspielig sind und immer häufiger Ziel krimineller Aktivitäten werden. Andererseits hat sich die Anzahl der Bankfilialen seit 2002 mehr als halbiert, von 53.000 auf 21.000 im Jahr 2023.
Der Weg zur nächsten Bargeldquelle
Für die meisten Menschen ist der nächste Geldautomat nicht allzu weit entfernt. Im Durchschnitt beträgt die Entfernung in städtischen Gebieten 1,1 Kilometer, während es auf dem Land etwa 1,9 Kilometer sind. Doch trotz dieser relativ kurzen Distanzen empfinden immer mehr Menschen den Zugang zu Bargeld als schwierig. Der Anteil derjenigen, die es als herausfordernd empfinden, zu einem Geldautomaten oder Bankschalter zu gelangen, hat sich von sechs Prozent im Jahr 2021 auf 15 Prozent im Jahr 2023 mehr als verdoppelt.
Cashback als Alternative
Eine Möglichkeit, die immer mehr Menschen nutzen, ist das Abheben von Bargeld beim Einkaufen. An über 31.000 Standorten in Deutschland ist dieses sogenannte Cashback verfügbar. Doch auch hier müssen Verbraucher im Durchschnitt 1,7 Kilometer zurücklegen, um diese Option nutzen zu können.
Die Bundesbank sieht diesen Service jedoch nicht als Ersatz für traditionelle Geldautomaten und Bankschalter. „So muss ein Großteil der Bargeldauszahlungen an der Ladenkasse zuvor nicht geprüft werden, wodurch nicht mehr umlauffähiges Bargeld ungeprüft weiter zirkulieren kann“, so die Bundesbank.
Die Zukunft des Bargelds
Die Bundesbank mahnt, dass eine funktionierende Infrastruktur für die Bargeldversorgung auch in Zukunft unerlässlich ist. Nur so können Bürger weiterhin frei zwischen Bargeld und digitalen Zahlungsmethoden wählen. Doch die Abwärtstendenzen bei der Verfügbarkeit von Bargeld werfen Fragen auf. Wird Bargeld bald zur Rarität?
Die Entwicklungen in der Bargeldversorgung in Deutschland sind alarmierend. Während digitale Zahlungsmethoden auf dem Vormarsch sind, bleibt Bargeld für viele Menschen unverzichtbar. Der Rückgang von Geldautomaten und Filialen könnte jedoch dazu führen, dass der Zugang zu Bargeld immer schwieriger wird. Die Bundesbank hat recht, wenn sie darauf hinweist, dass eine intakte Infrastruktur für Bargeld notwendig ist. Doch die Realität sieht anders aus: Banken reduzieren ihre physischen Standorte, und die Bürger stehen vor der Herausforderung, alternative Wege zu finden. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Situation entwickeln wird und ob die Politik eingreifen muss, um die Bargeldversorgung sicherzustellen.
Quelle: Deutsche Bundesbank, finanzbusiness.de