let's techle it · digitaler Neokolonialismus

Bezos & Thiel sind schon drin: Grönland wird zum Spielfeld der Tech-Elite

Die US-Tech-Elite ist bereits in Grönland investiert.
Business Punk by AI Die US-Tech-Elite ist bereits in Grönland investiert.
Erschienen
Aktualisiert
Lesezeit5 Min · 975 Wörter
Seite1 / 4

KI-Exploration statt Spitzhacke: Gates, Bezos und Altman sichern sich mit Milliarden-Investments Grönlands Rohstoffschätze. Hinter den Tech-Investments steckt mehr als nur Business – es geht um die Neuverteilung globaler Macht.

Unter Grönlands schmelzendem Eis liegt der Schlüssel zur Technologie-Zukunft: Seltene Erden, Nickel, Kobalt und Kupfer – unverzichtbare Rohstoffe für Energiewende und KI-Revolution. Kein Wunder, dass die Tech-Elite dort längst Flagge zeigt.

Nicht mit Expeditionen alter Schule, sondern mit Algorithmen, Kapital und strategischen Investments. Bill Gates, Jeff Bezos, Sam Altman und Peter Thiel haben die arktische Schatzkammer längst entdeckt. Die Frage ist nicht mehr, ob sie kommen – sondern wer welchen Teil des Kuchens bekommt.

Die neue Goldgräber-Methode: KI statt Bohrer

Im Zentrum der Tech-Offensive steht KoBold Metals – ein Unternehmen, das mit künstlicher Intelligenz geologische Daten analysiert und Rohstoffvorkommen aufspürt. Laut „Forbes“ haben Jeff Bezos, Bill Gates und Michael Bloomberg bereits 2019 in das Unternehmen investiert – ausgerechnet in dem Jahr, als Donald Trump erstmals öffentlich Interesse an einem „Kauf“ Grönlands bekundete. Die KI-gestützte Exploration revolutioniert die Rohstoffsuche.

Statt teurer Probebohrungen analysieren Algorithmen historische Daten, Satellitenbilder und geophysikalische Messungen. Das Ergebnis: präzisere Vorhersagen bei geringerem Aufwand. So stieg OpenAI-Chef Sam Altman 2022 über seinen VC-Fonds Apollo Projects in die Finanzierungsrunde von KoBold ein. Die Bewertung des Unternehmens nähert sich inzwischen der 3-Milliarden-Dollar-Marke.

Warum ausgerechnet Grönland?

Die größte Insel der Welt bietet eine einzigartige Kombination aus Rohstoffvorkommen und geopolitischen Vorteilen. Erstens: gigantische, kaum erschlossene Lagerstätten. Zweitens: politische Stabilität durch die Zugehörigkeit zu Dänemark.

Drittens: strategische Lage zwischen Nordamerika und Europa. Der Klimawandel spielt den Investoren zusätzlich in die Karten. Schmelzendes Eis macht vormals unzugängliche Regionen erreichbar. Was für die Umwelt katastrophal ist, wird für die Rohstoffindustrie zum Glücksfall.

Portrait Uli Weißgerber

Uli Weißgerber

Seit über 25 Jahren bewegt er sich an der Schnittstelle von Medien, Marketing und Technologie. Stationen? Sport1, ProSiebenSat.1, Bertelsmann – er war beim Start von Sport1.de dabei hat unter anderem die erste Affiliate-Kampagne in Polen ausgerollt hat. Später hat er mit getperformance das erste TV-Performance-Tracking entwickelt und Marken wie Trivago ins Fernsehen katapultiert. Als Gesellschafter von Promipool wurde er Publisher und baute ein starkes, unabhängiges Content-Portfolio auf. Heute bringt er mit seinem Team und Partnern eigene, komplexe KI-Workflow-Lösungen in Verlage und Agenturen, die mehr können als Buzzwords – unter anderem steuern sie die komplette digitale Plattform von Business-Punk.com.