Bürokratie-Wahnsinn: Deutsche Firmen schlagen Alarm!
Deutsche Unternehmen fordern von der neuen Regierung weniger Bürokratie, niedrigere Energiekosten und Steuern. Nachhaltigkeit und Fachkräftemangel verlieren an Bedeutung.
Die deutsche Wirtschaft steht unter Druck. Nicht nur die Globalisierung und der technologische Fortschritt setzen den Unternehmen zu, sondern zunehmend auch die heimische Bürokratie. Laut einer aktuellen Umfrage des ifo-Instituts im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen sehen fast 40 Prozent der Unternehmen den Abbau von Bürokratie als die dringendste Aufgabe der neuen Bundesregierung. Aber das ist nur die Spitze des Eisbergs.
Bürokratie: Der ewige Bremsklotz
Bürokratie ist wie ein Kaugummi am Schuh – lästig und schwer loszuwerden. Besonders kleine Unternehmen mit 10 bis 50 Mitarbeitern fühlen sich von der Bürokratie erdrückt. Zwei Drittel dieser Unternehmen nennen sie als Hauptproblem. Selbst größere Firmen sind nicht immun: Jede zweite sieht die Bürokratie als größte Herausforderung.
Die Überregulierung zieht sich durch alle Bereiche und lähmt die Innovationskraft. „Das Stimmungsbild ist eindeutig: Die nächste Bundesregierung muss einen noch nie dagewesenen Reformstau auflösen“, mahnt Prof. Rainer Kirchdörfer, Vorstand der Stiftung Familienunternehmen. Die Forderungen sind klar: Gesetze sollen bürokratiearm und Planungs- sowie Genehmigungszeiten beschleunigt werden.
Energiekosten: Die nächste große Baustelle
Energie ist teuer – und das belastet die Unternehmen. 30 Prozent der Befragten fordern Maßnahmen zur Senkung der Energiepreise. Besonders die Netzentgelte für Strom stehen im Fokus. Aber auch der Ausbau der Strom-Übertragungsleitungen muss schneller vorangehen. Eine zuverlässige Energieversorgung durch diversifizierte Erzeugung ist ebenfalls ein Muss. Interessanterweise steht die Reaktivierung von Atomkraftwerken erst an vierter Stelle der Prioritätenliste. Der subventionierte Industriestrompreis, heiß diskutiert in der Politik, ist für die meisten Unternehmen keine Lösung.
Steuern: Ein weiteres Ärgernis
Steuern sind wie der ungeliebte Zahnarztbesuch – notwendig, aber schmerzhaft. 14 Prozent der Unternehmen wünschen sich Steuersenkungen. Besonders die Abschaffung des Solidaritätszuschlags, niedrigere Lohn- und Einkommensteuern sowie die Senkung der Energie- und Körperschaftsteuer stehen auf der Wunschliste. Investitionsprämien und bessere Abschreibungsbedingungen sind hingegen weniger wichtig.
Nachhaltigkeit und Fachkräftemangel: Verlierer der Prioritätenliste
Während Nachhaltigkeit und der Fachkräftemangel in der Vergangenheit oft als zentrale Herausforderungen galten, haben sie in der aktuellen Umfrage an Bedeutung verloren. Nur vier Prozent der Unternehmen sehen Nachhaltigkeit als dringend. Der Fachkräftemangel, obwohl nach wie vor wichtig, tritt in den Hintergrund. Eine Ausnahme bildet die Bauindustrie, die das Thema weiterhin als eines der Top-Drei-Themen betrachtet.
Die Botschaft der Unternehmen ist deutlich: Die nächste Bundesregierung muss handeln. Bürokratieabbau, Energiekostensenkung und Steuererleichterungen sind die vordringlichsten Aufgaben. Ohne schnelle Entscheidungen droht eine Verschärfung der Konjunktur- und Strukturkrise. Es bleibt abzuwarten, ob die Politik die Signale aus der Wirtschaft aufgreift und die notwendigen Reformen umsetzt.
Quelle: Stiftung Familienunternehmen und Politik