Business & Beyond Inflation bei 2,8 Prozent: Iran-Krieg trifft ungebremst das Portemonnaie

Inflation bei 2,8 Prozent: Iran-Krieg trifft ungebremst das Portemonnaie

Die Inflation springt auf den höchsten Stand seit zwei Jahren. Der Iran-Krieg treibt die Preise – und es wird noch teurer. Unternehmen bereiten die nächste Runde vor.

Wer tankt oder heizt, spürt es längst: Der Iran-Krieg frisst sich durch die Geldbörse. In Bayern explodierte die Inflationsrate im März auf 2,8 Prozent, in Nordrhein-Westfalen auf 2,7 Prozent. Ökonomen rechnen mit einer bundesweiten Teuerungsrate von 2,7 Prozent – der höchste Wert seit über zwei Jahren [Reuters]. Zum Vergleich: Im Februar lag sie noch bei gemütlichen 1,9 Prozent. Die Zahlen sind brutal konkret.

Leichtes Heizöl kostete in Bayern 44,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, Kraftstoffe verteuerten sich um 19,7 Prozent. Der Grund: Seit über vier Wochen führen die USA und Israel Krieg gegen den Iran, die Straße von Hormus ist weitgehend dicht. Über diese Meerenge läuft ein Fünftel des globalen Öltransports – jetzt herrscht Knappheit, die Weltmarktpreise steigen.

Das dicke Ende kommt noch

„Die Inflationsdaten zeigen genau das an, was alle Autofahrer bereits gemerkt haben: Der Iran-Krieg treibt die Preise für Kraftstoffe und Heizöl“, sagte Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Berenberg Bank, laut WirtschaftsWoche. Doch damit fängt es erst an.

Zeitverzögert werden höhere Energiekosten auf nahezu alles durchschlagen: Gas wird teurer, Nahrungsmittelpreise können bei knappem Dünger anziehen, Transportkosten verteuern ganze Warenkategorien. Schmiedings Prognose: In den kommenden Monaten könne die Inflationsrate eine Spitze von über drei Prozent erreichen. Eskaliert der Konflikt weiter, sei sogar ein Gipfel von weit über vier Prozent möglich. Die Bundesbank warnt bereits, die Rate werde „deutlich in Richtung drei Prozent ansteigen“.

Unternehmen planen Preisschock

Die Firmen ziehen mit. Das Ifo-Preisbarometer schnellte im März auf 25,3 Punkte – der höchste Stand seit drei Jahren, wie das Handelsblatt berichtet. Im Februar lag es noch bei 20,3 Zählern. „Der Preisdruck in Deutschland nimmt wieder spürbar zu“, sagte Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen. Die Unternehmen geben steigende Kosten zunehmend weiter.

Über höhere Produktions- und Transportkosten werden die Energiepreise auf Waren und Dienstleistungen durchschlagen. Die regionale Spreizung zeigt das Ausmaß: Baden-Württemberg verzeichnete einen Anstieg von 1,8 auf 2,5 Prozent, Niedersachsen von 1,9 auf 2,6 Prozent. Überall dasselbe Bild – eine Aufwärtsspirale, die sich selbst verstärkt.

Business Punk Check

Trumps strategisches Desaster im Iran kostet die ganze Welt bares Geld. Die Inflation ist zurück, und zwar nicht als statistisches Gespenst, sondern als handfester Kaufkraftverlust. Wer jetzt auf baldige Entspannung hofft, lebt gefährlich: Die Unternehmensumfragen signalisieren eine zweite Welle an Preiserhöhungen, die durch Gas, Dünger und Transport noch Monate nachlaufen wird. Die bittere Wahrheit: Deutschland importiert seine Inflation diesmal nicht durch eigene Fehler, sondern durch geopolitisches Chaos. Vier Prozent sind möglich, wenn die Straße von Hormus geschlossen bleibt.

Für Verbraucher bedeutet das: Große Anschaffungen vorziehen, Energieverträge checken, Gehaltsverhandlungen offensiv angehen. Für Unternehmen: Preisstrategien überdenken, bevor die Konkurrenz es tut. Die EZB wird kaum gegensteuern können – sie kann keine Tanker durch Hormus eskortieren.

Häufig gestellte Fragen

Warum steigt die Inflation so stark?

Der Iran-Krieg hat die Straße von Hormus weitgehend geschlossen, über die ein Fünftel des globalen Öls transportiert wird. Die resultierenden Knappheiten treiben Öl- und Gaspreise nach oben, was sich auf Kraftstoffe, Heizöl und zeitverzögert auf nahezu alle Warengruppen auswirkt.

Wie stark sind die Preise konkret gestiegen?

Leichtes Heizöl kostete in Bayern im März 44,8 Prozent mehr als im Vorjahr, Kraftstoffe verteuerten sich um 19,7 Prozent. Die Gesamtinflation kletterte in mehreren Bundesländern auf 2,5 bis 2,8 Prozent – bundesweit erwarten Ökonomen 2,7 Prozent.

Wird es noch teurer?

Ja, sehr wahrscheinlich. Das Ifo-Institut meldet den höchsten Preisdruck bei Unternehmen seit drei Jahren. Experten rechnen mit Inflationsspitzen von über drei Prozent, bei weiterer Eskalation sogar über vier Prozent in den kommenden Monaten.

Was können Verbraucher jetzt tun?

Große Anschaffungen zeitlich vorziehen, Energieverträge überprüfen und bei Gehaltsverhandlungen die Inflation als Argument nutzen. Bei Heizöl lohnt sich ein Preisvergleich, beim Tanken die Nutzung von Preis-Apps zur Optimierung.

Quellen: Handelsblatt, WirtschaftsWoche

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