Business & Beyond Paramount-Deal: 111 Milliarden Dollar, CNN und jede Menge politische Sprengkraft

Paramount-Deal: 111 Milliarden Dollar, CNN und jede Menge politische Sprengkraft

Zwölf US-Bundesstaaten klagen gegen die 111-Milliarden-Dollar-Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount. Die Behörden fürchten Preiserhöhungen und weniger Vielfalt während das Justizministerium den Deal bereits durchwinkte.

Ein 111-Milliarden-Dollar-Deal steht vor Gericht. Zwölf US-Bundesstaaten wollen verhindern, dass Paramount den Medienriesen Warner Bros. Discovery schluckt.

Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta führt die Klage an und warnt vor manipulierten Märkten, höheren Preisen und schlechterer Qualität. Die Bundesstaaten argumentieren, dass der Zusammenschluss Kinobetreiber, TV-Anbieter und Verbraucher massiv schädigen würde. Parallel laufen Wettbewerbsprüfungen in Europa während die US-Regierung den Deal bereits abgesegnet hat.

Justizministerium winkte Deal durch – ohne Juristen-Empfehlung

Das US-Justizministerium genehmigte die Fusion im Juni ohne Auflagen. Die Behörde sah weder Gefahren für den Wettbewerb noch für Verbraucher weder im Streaming noch in der Filmproduktion. Doch laut Zeit erfolgte die Freigabe auf Druck der Ministeriumsleitung, bevor die zuständigen Juristen überhaupt eine Empfehlung abgeben konnten. Ein ungewöhnlicher Vorgang, der Fragen aufwirft: Wurde hier politischer Einfluss ausgeübt?

Hinter Paramount steht die Familie von Software-Milliardär Larry Ellison, bekannter Trump-Unterstützer. Sein Sohn David Ellison führt das Unternehmen und will mit der Übernahme Hollywoods Machtverhältnisse neu ordnen. Paramount gehört zu den kleineren Playern, Warner bringt das DC-Universum mit Superman und Batman, Harry Potter und das HBO-Streaming-Geschäft mit.

Netflix verlor den Bieterkampf

Ursprünglich hatte Netflix das Rennen gemacht. Der Streaming-Gigant einigte sich 2024 mit Warner auf einen Kauf des Streaming- und Studiogeschäfts für 83 Milliarden Dollar.

Doch Paramount überboten das Angebot und sicherte sich den Gesamtkonzern für 110 Milliarden Dollar – inklusive CNN. Genau dieser Sender sorgt für politische Brisanz: Trump-Kritiker befürchten, dass CNN unter Ellison-Kontrolle seine redaktionelle Unabhängigkeit verliert und auf Regierungslinie gebracht wird.

Kosten von 650 Millionen Dollar pro Quartal

Die Klage der zwölf Bundesstaaten verzögert den Deal um Monate. Für Paramount wird das teuer: Das Unternehmen muss Warner-Aktionären jedes Quartal 650 Millionen Dollar Ausgleichszahlung überweisen, falls die Übernahme nicht vor Oktober abgeschlossen wird, so Tagesschau. Die klagenden Staaten fordern, die Transaktion bis zum Ende des Rechtsverfahrens zu stoppen.

Auch die Filmindustrie rebelliert. In einem offenen Brief warnten Schauspieler wie Ben Stiller, Sandra Hüller und Joaquin Phoenix vor schlechteren Arbeitsbedingungen, weniger kreativer Vielfalt und geschwächtem Wettbewerb. Paramount kontert, die Klage verkenne die Wettbewerbsrealität der Unterhaltungsbranche und basiere auf fehlerhafter Anwendung des Kartellrechts.

Business Punk Check

Die Wahrheit hinter dem Deal: Hier geht es nicht um besseres Entertainment, sondern um Marktmacht und politischen Einfluss. Dass das Justizministerium die Fusion durchwinkte, bevor die eigenen Juristen sich äußern konnten, riecht nach Gefälligkeit. Larry Ellisons Trump-Nähe ist kein Geheimnis – und CNN unter seiner Kontrolle wäre ein medienpolitischer Coup. Die ökonomische Logik? Zweifelhaft. Paramount ist zu klein, Warner zu groß – der Zusammenschluss schafft einen Koloss, der Preise diktieren kann.

Kinobetreiber und Streaming-Konkurrenten werden leiden. Die 650 Millionen Dollar Quartalszahlung zeigen, wie verzweifelt Paramount den Deal will. Aber ob er kommt, entscheiden jetzt die Gerichte. Und die könnten unbequeme Fragen stellen, die das Justizministerium ignoriert hat. Wer auf Vielfalt und fairen Wettbewerb setzt, sollte hoffen, dass die Klage Erfolg hat. Wer auf Marktkonzentration und politische Einflussnahme steht, darf sich freuen.

Quellen: Tagesschau, Zeit

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